Gastroschirm im Winter: Was Betriebe jetzt klären
Mit der Wintersaison stellt sich für Gastronomen und Hotels mit Außenfläche eine praktische Frage: Wie lange können Gäste draußen sitzen, wenn es regnet? Die Antwort hängt von wenigen Punkten ab, die Sie vor der Saison prüfen sollten.
- Reicht der Regenschutz für kurze Schauer, oder soll die Fläche auch bei längerem Regen nutzbar sein?
- Welcher Stoff liegt auf den Schirmen, und wie dicht ist er?
- Sind die Spalte zwischen nebeneinanderstehenden Schirmen geschlossen?
- Brauchen die Wetterseiten Seitenwände?
- Bleibt der Schirm im Winter draußen stehen, und ist er dafür ausgelegt?
- Wer schließt die Schirme bei Sturm, Gewitter oder Schnee?
Großschirm regenfest oder wasserdicht? Was die Begriffe bedeuten
Im Alltag werden regendicht, regenfest und wasserdicht oft gleichgesetzt. Bei Großschirmen lohnt die Unterscheidung. Wasserabweisend heißt: Das Gewebe ist imprägniert, Tropfen perlen ab, das reicht für kurze Schauer. Wasserdicht heißt: Das Gewebe hält auch anhaltendem Wasserdruck stand. Die Maßzahl dafür ist die Wassersäule in Millimetern, üblicherweise bestimmt nach DIN EN ISO 811 im Druckversuch. Je höher der Wert, desto dichter der Stoff.
Die Zahl beschreibt aber nur das neue Gewebe. Bei Schirmen tritt Wasser meist an den Nähten, in der Fuge zwischen zwei Dächern oder am Mastübergang durch. Deshalb sagen wir nicht pauschal, ein Großschirm sei wasserdicht. Ein Gastroschirm ist regenfest für Schauer, wenn Stoff, Regenrinne und Randzone zusammenpassen. Was das im Einzelnen heißt, steht auf der Seite Sonnenschirm regenfest und im Ratgeber Sonnenschirm wasserdicht.
Was nicht durch den Stoff geht, läuft zur Kante und von dort auf Boden und Tische. Planen Sie deshalb am Schirmrand einen Streifen ohne Sitzplätze oder eine Wasserführung ein.
Sonnenschirm PVC, Polyester oder Acryl: Die Bespannung entscheidet
Die Bespannung ist die erste Stelle, an der der Regen auf den Schirm trifft. Die Stoffkollektion von IPOMEA umfasst 70 Farben und Designs: 40 in Acryl, 16 in Polyester und 14 in PVC. Die Werte in der Tabelle stammen aus den technischen Unterlagen von IPOMEA (Stand 2026).
Acryl ist wasserabweisend imprägniert und bei temporären Schauern regenbeständig, aber nicht wasserdicht. Polyester ist deutlich dichter und lässt sich im Siebdruck bedrucken. PVC-Stoff für Sonnenschirme ist mit einer Wassersäule über 1.000 mm das dichteste Gewebe und unbedruckt schwer entflammbar nach B1. Dafür steht PVC je nach Größe nur bei kleineren Formaten zur Verfügung: beim Classic Eco bis 2,5 × 2,5 m, beim Classic Free nur bei Ø 3,0 m sowie 2,85 × 2,85 m und 3,0 × 3,0 m. Für Classic und Classic Pro nennen wir die möglichen Größen im Angebot. Den Vergleich der drei Stoffe erklärt der Ratgeber Polyester, Acryl oder PVC.
Weißes PVC reflektiert laut Herstellerdatenblatt rund 80 % der Sonnenstrahlung. Der Wert wurde am Gewebe gemessen, nicht am fertigen Schirm. Die Farbe des Stoffs wählen Sie frei, nach Design und eigenem Empfinden; Abbildungen sind nicht farbverbindlich, fordern Sie deshalb Stoffmuster an.
Ist die Bespannung verschlissen, lässt sie sich tauschen, solange die Terrasse ruht: Ersatzbespannungen gibt es für jedes Schirmdach, der Wechsel erfolgt über Haken am Speichenende.
| Merkmal | Acryl | Polyester | PVC |
|---|---|---|---|
| Gewicht | 300 g/m² ±5 % | 230 g/m² ±5 % | 480 g/m² ±5 % |
| Wassersäule | 370 mm | 1.000 mm | über 1.000 mm |
| Bei Regen | wasserabweisend imprägniert, bei temporären Regenschauern regenbeständig | deutlich dichter als Acryl | dichtester Stoff der Kollektion |
| UPF | 40 bis 80 je nach Farbe | 80 | 80 |
| Brandschutz | A oder B1 auf Anfrage | B1 auf Anfrage | schwer entflammbar B1 (DIN 4102-1), nur unbedruckt |
| Verfügbarkeit | 40 von 70 Farben | 16 von 70 Farben | 14 von 70 Farben, je nach Größe nur kleinere Formate |
Sonnenschirm Regenschutz zwischen mehreren Schirmen: Regenrinne und Trichterschirm
Stehen mehrere Schirme nebeneinander, bleibt zwischen den Dächern ein Spalt, durch den Regen auf die Tische fällt. Eine Sonnenschirm Regenrinne schließt ihn. Sie besteht aus Polyester oder PVC mit Alurohren und nimmt das Wasser temporärer Regenschauer auf. Die Rinne ist nur in Verbindung mit Volant möglich, dem umlaufenden Stoffstreifen an der Dachkante. Befestigt wird sie mit einem Kunststoffhalter je Speiche in Weiß, Grau oder Schwarz. Stehen die Schirme weiter auseinander, trägt ein Aluminium-Trägerarm die Rinne freitragend. Vor dem Schließen des Schirms wird die Rinne demontiert. Geometrie, Gefälle und Ablauf legen wir je Projekt fest.
Ehrlich gesagt: Die Rinne ist für Schauer gedacht. Sie ist keine feste Dachrinne und kein Ersatz für ein Dach, bei Dauerregen ist sie nicht ausgelegt.
Wer die Fläche auch bei längerem Regen nutzen will, prüft den Trichterschirm für die Gastronomie. Sein Dach ist nach innen geneigt: Das Regenwasser läuft zur Schirmmitte und von dort in eine Drainage, einen Regenwasserspeicher oder einen Bodenablauf. Mehrere IPOMEA Tulip, höhenversetzt und überlappend angeordnet, bilden eine zusammenhängende, regenfeste Überdachung. Entwässerung und Befestigung planen wir gemeinsam. Prüfen Sie den Ablauf vor der Saison auf Laub und Schmutz, und entleeren Sie Leitungen und Speicher im Winter oder führen Sie sie frostsicher.
Seitenwände für den Gastroschirm: Wind und Schlagregen abhalten
Ein Sonnenschirm mit Seitenwänden schützt die Flanken. Die Wände hängen an den Streben, halten Wind und Schlagregen von der Seite ab und lassen sich aufrollen, wenn das Wetter wieder besser wird. Es gibt sie für IPOMEA Classic und Classic Pro, nach Projektprüfung. Sie bestehen immer aus Polyester mit 230 g/m², einer Wassersäule von 1.000 mm und UPF 80, sind bedruckbar, und die Farbe wählen Sie aus der Polyester-Kollektion.
Zur Auswahl stehen die geschlossene Wand, ein durchgehendes Lichtband, ein Fenster je Seite oder je Segment, auch mit Bogen (über eine ganze Seite nicht beim Classic Pro), und eine Tür zum Aufrollen für den Durchgang. Mit Seitenwänden empfehlen wir den Schirm mit Volant, sonst bleibt zwischen Schirmdach und Wand ein Spalt, durch den es zieht. Nachrüsten ist grundsätzlich möglich: Ob das an Ihrem Schirm geht, prüfen wir mit Fotos und Baureihe.
Seitenwände sind Wetterschutz, kein Sturmschutz, und sie erhöhen die Windlast auf Schirm und Befestigung. Bei stärkerem Wind werden sie aufgerollt und fixiert, danach wird der Schirm geschlossen. Auch das Recht spielt mit: Auf öffentlichem Grund ist oft eine Genehmigung nötig, und manche Städte schließen Seitenwände an Schirmen ganz aus. Beispiele und Hinweise stehen im Ratgeber Seitenwände für die Gastronomie. Fragen Sie vor der Bestellung beim Ordnungs- oder Bauamt nach, was an Ihrem Standort erlaubt ist.
Schnee und Sturm: Halbjahresschirm oder Ganzjahresschirm?
Der IPOMEA Classic Pro ist in zwei Ausführungen erhältlich. Der Halbjahresschirm ist nicht auf Schneelast ausgelegt und wird im Winter geschlossen oder abgebaut. Der Ganzjahresschirm ist auf deutliche Schneelast nach Windzone und Schneezone berechnet und eine Dauerkonstruktion. Dem Tragwerksplaner liefert IPOMEA die Lastwerte und Unterlagen für den Standort.
Am 1. Dezember 2023 lagen 11 cm nasser Schnee auf einem geöffneten IPOMEA Classic 4 × 4 m am Firmensitz, und der Schirm hielt der Last stand. Das ist die Beobachtung einer einzelnen Situation, kein Prüfbericht und keine Zusage zur Schneelast. Ohne Freigabe für Schnee wird der Schirm bei Schneefall geschlossen. Mit Schneelast öffnen oder schließen Sie ihn nicht gewaltsam.
Bei Sturm-, Gewitter- oder Unwetterwarnung wird der Schirm gemäß Bedienungsanleitung geschlossen und gesichert, mit Seitenwänden zuerst aufgerollt. Das entscheidet der Betreiber vor Ort, auch wenn ein Windsensor installiert ist, denn der Sensor gibt nur ein Signal. Was Sie vor dem Winter an Gewebe, Hülse, Schutzhülle und Elektrik erledigen, fasst der Ratgeber Sonnenschirm winterfest machen zusammen.
Für Abende unter dem Schirm gibt es Infrarot-Heizstrahler und LED-Leisten an den Speichen, für Classic und Classic Pro. Ein Wiedereinschaltschutz verhindert, dass die Heizstrahler bei geschlossenem Schirm laufen. Angeschlossen wird die Elektrik nur durch eine Elektrofachkraft, und auch für Heizstrahler gelten örtliche Regeln. Eine feste Überdachung ersetzt das alles nicht: Wer die Fläche im Winter dauerhaft mit Gästen nutzen will, braucht eine für Schnee ausgelegte Konstruktion.
Fläche planen: Schirme, Regenrinnen und Seitenwände zusammen denken
Der Flächenplaner von IPOMEA nimmt Ihnen die erste Rechnung ab: Sie geben Breite und Tiefe der Fläche ein und erhalten einen automatischen Vorschlag mit bis zu zwei Alternativen. Regenrinnen und Seitenwände lassen sich zuschalten. Danach gestalten Sie auf Wunsch einen Schirm, und Zubehör, Farben und Druck werden auf alle Schirme der Anlage übertragen. Weicht die Deckung der Fläche ab, wird das sichtbar ausgewiesen. Wie der Flächenplaner für Sonnenschirme arbeitet, erklärt ein eigener Ratgeber.
Anschlussgeometrie, Gefälle und Ablauf der Regenrinnen prüfen wir mit Ihnen im Projekt. Erst- und Zweitberatung sowie die Konzepterstellung mit IPOMEA-Produkten sind kostenlos. In der Ausstellung in Gilching bei München beraten wir Sie nach Terminvereinbarung.
Fazit
Regenschutz im Winter ist eine Frage von Stoff, Fuge und Wasserführung, nicht von einem einzelnen Wort auf dem Etikett. Für Schauer genügen dichter Stoff und Regenrinne, für längeren Regen gibt es den Trichterschirm, und Seitenwände schützen die Flanken. Ein Schirm bleibt eine bewegliche Lösung und ersetzt keine feste Überdachung. Schicken Sie uns über die Anfrage Fotos Ihrer Terrasse, die Fläche und die Zahl der Schirme, dann schlagen wir Ihnen eine passende Lösung vor.



