
Sonnenschirm regenfest: was ein Schirm wirklich leistet
Ein normaler Sonnenschirm schützt vor kurzen Schauern, nicht eine ganze Fläche vor Regen. Wie aus mehreren Schirmen eine regenfeste Überdachung wird und wo ihre Grenzen liegen, zeigt diese Seite.
Ist ein Sonnenschirm regenfest?
Ein normaler Sonnenschirm ist kein Regenschutz für eine ganze Fläche. Er hält kurze Schauer ab. Das Wasser läuft aber zur Kante und tropft dort ab, und zwischen zwei Schirmen bleibt ein Spalt. Ein regenfester Sonnenschirm im Sinne einer Überdachung entsteht erst, wenn mehrere Trichterschirme höhenversetzt und überlappend angeordnet werden und das Wasser zur Mitte und von dort in einen Ablauf führen.
Diese Seite zeigt, woran das bei normalen Schirmen liegt, welche Lösung bei welchem Anspruch passt und wo auch die beste Lösung ihre Grenzen hat. Wir sagen ehrlich, wann ein anderes System besser ist.
Für den Regenschutz in der Gastronomie gibt es zwei Aufgaben. Entweder Sie überbrücken kurze Schauer, oder Sie wollen die ganze Fläche regenfest überdachen. Für die erste genügt oft ein Schirm mit passendem Stoff. Für die zweite brauchen Sie ein System, das Wasser führt, statt es nur abzuhalten. Dieser Unterschied entscheidet über Ihre Investition.
Warum ein Schirm nicht automatisch regenfest ist
Meist wird zuerst nach dem Stoff gefragt. Acryl ist wasserabweisend imprägniert und bei temporären Regenschauern regenbeständig, aber nicht wasserdicht. Seine Wassersäule beträgt 370 mm. Polyester erreicht 1.000 mm, PVC über 1.000 mm. PVC gibt es je nach Größe nur bei kleineren Formaten, für große Gastro-Formate sind Acryl und Polyester die Regel.
Auch ein dichter Stoff macht den Schirm nicht zum Regendach. Die Wassersäule beschreibt nur das Gewebe. Nähte, Kante, Mastübergang und Wasserführung entscheiden mit. Wasser, das nicht durch den Stoff geht, läuft zur Kante und tropft dort ab: Ein dichtes Dach verlagert das Problem an den Rand.
Wie viel Wasser dort ankommt, zeigt ein Rechenbeispiel. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Starkregen ab 15 bis 25 Litern pro Quadratmeter in einer Stunde. Auf einen Schirm mit 4 × 4 m, also 16 m², fallen dabei rechnerisch 240 bis 400 Liter in der Stunde. Das ist eine Größenordnung, keine Bemessung, aber sie zeigt, dass diese Menge irgendwohin muss.
Was Sie bei Regen mit normalen Schirmen beachten
Wer mit Mittelmastschirmen arbeitet, plant die Tropfzone ein. Sitzplätze direkt am Schirmrand liegen unter der Tropfkante, und zwischen zwei Schirmen tropft zusätzlich der Spalt. Legen Sie diese Zone in einen Gang oder auf eine Randfläche, oder schließen Sie den Spalt für kurze Schauer mit einer Regenrinne.
Einen nassen Schirm verstauen Sie nicht geschlossen, weil sich Feuchtigkeit im Gewebe hält und Stockflecken entstehen. Die Imprägnierung des Acryls hält nicht ewig: Zieht Wasser in den Stoff ein, statt abzuperlen, hat die Wirkung nachgelassen. Dann fragen Sie uns, bevor Sie ein Mittel auftragen.
Welche Lösung bei welchem Regenschutz?
Die Übersicht ordnet die Lösungen qualitativ ein. Welche für Ihren Betrieb passt, hängt davon ab, wie oft und wie lange Sie bei Regen geöffnet haben wollen.
| Anspruch | Lösung | Was sie leistet | Grenze |
|---|---|---|---|
| Kurze Schauer überbrücken | Mittelmastschirm in Acryl | Hält temporäre Schauer ab | Nicht für Dauerregen gedacht, Wasser tropft an der Kante |
| Dichteres Dach | Mittelmastschirm in Polyester oder PVC | Höhere Wassersäule als Acryl | PVC je nach Größe nur bei kleineren Formaten, Nähte und Kante bleiben |
| Spalt zwischen Schirmen schließen | Classic Pro mit Regenrinne zwischen den Schirmen | Nimmt Wasser temporärer Schauer auf | Nur mit Volant, vor dem Schließen zu demontieren, nicht dauerhaft regendicht |
| Wasser gezielt abführen | Einzelner Trichterschirm (IPOMEA Tulip) | Wasser läuft zur Mitte in Drainage, Speicher oder Bodenablauf | Entwässerung und Befestigung gemeinsam planen |
| Fläche regenfest überdachen | Mehrere Tulip, höhenversetzt und überlappend | Zusammenhängende, regenfeste Überdachung | Anordnung, Überlappung und Entwässerung projektbezogen, Wind und Schnee im Projekt prüfen |
| Dauerhaft ohne Bedienung | Membran-Trichterschirm, fest verspannt | Immer offen, nichts zu bedienen | Entwurf und Statik je Projekt, baurechtlich zu prüfen |
| Fläche mit Segel überdachen | Sonnensegel mit dichtem Gewebe | Hält Wasser zurück und leitet es ab | Gefälle, Ablauf, Statik und Genehmigung nötig |
Einordnung nach unseren Ratgebern zu Schirmstoffen, Regenrinne und Trichterschirmen. Die Windgrenze nennen wir je Projekt im Angebot.
Regenfeste Überdachung aus mehreren Trichterschirmen
Der Trichterschirm kehrt das Prinzip um. Sein Dach fällt nach innen ab, das Wasser läuft zur Schirmmitte und von dort in eine Drainage, einen Regenwasserspeicher oder einen Bodenablauf. Am Rand tropft nichts.
Aus einem Schirm wird eine Überdachung, wenn Sie mehrere IPOMEA Tulip in unterschiedlichen Höhen anordnen. Ihre Membranen überlappen sich und bilden eine zusammenhängende, regenfeste Fläche. Der Spalt, an dem bei Mittelmastschirmen das Wasser durchfällt, entfällt. Jeder Schirm führt sein Wasser zur Mitte, die weitere Entwässerung planen wir für Ihren Standort.
Tulip gibt es quadratisch von 3 × 3 bis 8 × 8 m, auch rund mit Ø 7 m und Ø 8 m. Bedient wird er mit Kurbel oder Motor. Anordnung und Überlappung legen wir projektbezogen fest. Eine pauschale Aussage „wasserdicht“ machen wir nicht, denn Anschlüsse und Entwässerung unterscheiden sich von Projekt zu Projekt.
Wohin das Regenwasser läuft
Das Wasser braucht von der Mitte einen gesicherten Weg. Welcher passt, hängt von Untergrund, Gefälle und der Entwässerungssatzung Ihrer Gemeinde ab.
Bodenablauf
Einfach, wenn ein Anschluss vorhanden ist. Zu klären: Anschluss an Kanal oder Versickerung und die Zulässigkeit nach Satzung.
Drainage
Das Wasser versickert vor Ort. Zu klären: Durchlässigkeit des Bodens und Abstand zu Gebäuden.
Regenwasserspeicher
Das Wasser lässt sich zum Gießen nutzen. Zu klären: Größe, Überlauf und Frostschutz.
Zuerst die Wasserfrage, dann der Schirm
Der häufigste Fehler ist, die Entwässerung erst nach dem Schirm zu planen. Dann liegt der Ablaufpunkt am Mast dort, wo kein Anschluss möglich ist, und die Lösung wird aufwendig. Der zweite Fehler ist ein fehlender Überlauf: Ein voller Speicher schickt das Wasser dorthin, wo es nicht hin soll, etwa zum Gebäude. Der dritte ist Frost, denn Leitungen mit stehendem Wasser müssen im Winter entleert oder frostsicher geführt sein.
Dazu kommt ein Missverständnis: Ein Trichterschirm ist nicht automatisch ein Allwetterschirm. Planen Sie deshalb Wasserweg, Befestigung und Betrieb von Anfang an gemeinsam.
Regenschutz ohne Trichterschirm: was möglich ist
Nicht jede Fläche braucht überlappende Trichterschirme. Wir ordnen die Alternativen ehrlich ein.

Classic Pro mit Regenrinne
Eine Regenrinne zwischen verbundenen Schirmen nimmt Wasser temporärer Schauer auf. Sie ist nur mit Volant möglich und muss vor dem Schließen demontiert werden. Für Dauerregen ist sie nicht gedacht.

Sonnensegel, wasserdicht
Ein wasserdichtes Segel braucht dichtes Gewebe, deutliches Gefälle mit Ablauf und eine Befestigung für höhere Lasten. Fehlt das Gefälle, entstehen Wassersäcke.

Feste Überdachung
Ein festes Dach schützt unabhängig vom Betreiber, braucht aber Genehmigung und mehr Aufwand. Ein Schirm ist oft einfacher zu genehmigen. Der Ratgeber vergleicht die Systeme.
Diese Fragen klären Sie vor der Entscheidung
- Wie viele Stunden am Tag und Tage im Jahr soll die Fläche bei Regen genutzt werden?
- Reichen kurze Schauer, oder soll auch Dauerregen überbrückt werden?
- Wohin läuft das Wasser an Kante, Spalt und Mast?
- Gibt es einen Anschluss für Bodenablauf oder Drainage, und was erlaubt die Satzung?
- Wer schließt die Schirme bei Wind- und Unwetterwarnung?
Grenzen: was auch eine regenfeste Überdachung nicht ersetzt
Ein Trichterschirm führt das Wasser kontrolliert ab. Er ist aber kein Allwetterschirm.
- Starkregen: Der Ablauf muss für die Menge bemessen sein. Den Querschnitt legt der Planer für Ihren Standort fest. Ein verstopfter Ablauf lässt den Trichter volllaufen, reinigen Sie ihn vor der Saison.
- Wind: Bei Sturm gehört jeder Schirm geschlossen. Die verbindliche Windgrenze steht je Projekt im Angebot und gehört in Ihre Betriebsanweisung.
- Schnee: Wir prüfen Schneelast und Betrieb im Projekt und geben keine Pauschalaussage.
- Winter: Wasser aus Leitung und Speicher wird entleert oder frostsicher geführt. Ob der Schirm im Winter stehen bleibt, klären wir im Projekt.
- Genehmigung: Ob Ihre Überdachung genehmigt werden muss, hängt von Ort, Größe und Nutzung ab. Fragen Sie vorab bei Ordnungsamt und Bauaufsicht nach.
- Entwässerung: Die Einleitung des Regenwassers kann durch die Entwässerungssatzung Ihrer Gemeinde geregelt sein.
Regenschutz für Ihre Fläche planen
Gestalten Sie Ihren Schirm im 3D-Konfigurator oder schicken Sie uns Fläche, Untergrund und ein Foto. Wir prüfen, ob überlappende Trichterschirme, eine Regenrinne oder ein anderes System zu Ihrem Regenbetrieb passt.
Trichterschirme bei Regen und im Verbund




So planen wir Regenschutz mit Trichterschirmen
Regenbetrieb klären
Wie viele Stunden und Tage soll die Fläche bei Regen genutzt werden, und reichen Schauer oder soll auch Dauerregen überbrückt werden?
Fläche aufnehmen
Untergrund, Gefälle, vorhandene Leitungen und Anschlüsse bestimmen den möglichen Wasserweg.
Anordnung festlegen
Format, Höhenversatz und Überlappung der Schirme legen wir für Ihre Fläche fest.
Entwässerung bemessen
Ablaufpunkt, Zielweg, Überlauf und Frostschutz bemisst der Planer für Ihren Standort.
Befestigung wählen
Bodenhülse, Ankerplatte oder Standrahmen werden auf den Wasserweg abgestimmt.
Betrieb festlegen
Windgrenze, Wartung und Zuständigkeiten für Sturm und Winter kommen in Ihre Betriebsanweisung.
Häufige Fragen
Kann man einen Sonnenschirm im Regen stehen lassen?
Ja, bei Regen ohne Wind darf er offen bleiben. Bei Sturm-, Gewitter- oder Unwetterwarnung schließen und sichern Sie ihn gemäß Bedienungsanleitung. Nach Regen sollte er offen trocknen, damit keine Stockflecken entstehen.
Wie kann ich einen Sonnenschirm wasserdicht machen?
Nachträglich lässt sich ein Schirm nicht zuverlässig wasserdicht machen, denn Wasserdichtigkeit ist eine Eigenschaft des ganzen Systems aus Gewebe, Nähten, Kante und Wasserführung. Fragen Sie uns, bevor Sie ein Mittel auftragen: Ungeeignete Produkte können bei Stoffen mit Brandschutzeinstufung deren Eigenschaften verändern. Wer regelmäßig Regentage überbrücken muss, wählt von Anfang an ein dafür gebautes System.
Ist ein Acryl-Sonnenschirm wasserdicht?
Nein. Acryl ist wasserabweisend imprägniert und bei temporären Regenschauern regenbeständig, die Wassersäule beträgt 370 mm. Für Dauerregen ist er nicht gedacht.
Gibt es regenfeste Sonnenschirme für die Gastronomie?
Ja, als System: Mehrere höhenversetzt und überlappend angeordnete IPOMEA Tulip bilden eine zusammenhängende, regenfeste Überdachung. Das Wasser läuft zur Mitte und in Drainage, Regenwasserspeicher oder Bodenablauf. Anordnung und Entwässerung planen wir für Ihre Fläche.
Wohin läuft das Regenwasser bei einem Trichterschirm?
Zur Schirmmitte und von dort in eine Drainage, einen Regenwasserspeicher oder einen Bodenablauf. Welcher Weg passt, hängt von Untergrund, Anschlüssen und Entwässerungssatzung ab. Wichtig ist, dass der Ablauf für die zu erwartende Menge bemessen ist und frei bleibt.
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Was ist der Unterschied zwischen Regenrinne und überlappenden Trichterschirmen?
Eine Regenrinne nimmt das Wasser temporärer Schauer zwischen Mittelmastschirmen auf, ist nur mit Volant möglich und muss vor dem Schließen demontiert werden. Überlappende Trichterschirme sind von Anfang an als regenfeste Überdachung gebaut. Für Dauerregen ist die Rinne nicht gedacht.
Hält eine regenfeste Überdachung aus Schirmen Starkregen und Schnee aus?
Das prüfen wir im Projekt, eine Pauschalaussage geben wir nicht. Bei Starkregen muss der Ablauf für die Menge bemessen sein, bei Sturm schließen Sie die Schirme. Die verbindliche Windgrenze steht im Angebot, Schnee und Winterbetrieb klären wir mit Ihnen.
Brauche ich für eine Überdachung aus Schirmen eine Genehmigung?
Das hängt von Ort, Größe und Nutzung ab. Auf öffentlichem Grund brauchen Sie eine Sondernutzungserlaubnis, auf eigenem Grund gilt die Landesbauordnung. Fragen Sie vorab bei Ordnungsamt und Bauaufsicht nach, wir stellen Pläne für den Antrag zusammen.
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Quellen (1)
- Deutscher Wetterdienst: Warnkriterien (Starkregen) · Stand 23. Oktober 2026
Regenschutz für Ihre Fläche planen
Mit Fläche, Untergrund, vorhandenen Anschlüssen und einem Foto schlagen wir vor, ob überlappende Trichterschirme oder ein anderes System zu Ihrem Regenbetrieb passt.
