Was ist der Unterschied zwischen wasserabweisend und wasserdicht?
Wasserabweisend heißt: Das Gewebe ist imprägniert, Tropfen perlen ab. Das reicht für kurze Schauer. Wasserdicht heißt: Das Gewebe hält auch einem anhaltenden Wasserdruck stand. Beide Eigenschaften lassen sich messen, und beide sind keine Frage der Werbeformulierung.
Die Maßzahl für die Dichtigkeit eines Gewebes ist die Wassersäule. Sie wird in Millimetern angegeben und üblicherweise nach DIN EN ISO 811 bestimmt, einem hydrostatischen Druckversuch: Es zählt, welchen Wasserdruck das Gewebe aushält, bevor Wasser durchtritt. Je höher der Wert, desto dichter der Stoff. Vergleichen lassen sich nur gleich geprüfte Stoffe, fragen Sie deshalb bei jedem Angebot nach dem Prüfverfahren.
Was leisten Acryl, Polyester und PVC bei Regen?
Die Stoffkollektion von IPOMEA besteht aus Acryl, Polyester und PVC; die Werte stammen aus unseren technischen Unterlagen (Stand 2026). Acryl ist wasserabweisend imprägniert und bei temporären Regenschauern regenbeständig, aber nicht wasserdicht. Polyester und PVC erreichen höhere Wassersäulen und halten mehr zurück.
PVC steht je nach Größe nur bei kleineren Formaten zur Verfügung, beim IPOMEA Classic Eco bis 2,5 × 2,5 m und beim Classic Free bis 3,0 m. Für große Gastro-Formate sind Acryl und Polyester die Regel. Den Vergleich aller Stoffeigenschaften finden Sie im Ratgeber zu den Schirmstoffen.
| Stoff | Wassersäule | Einordnung für den Betrieb |
|---|---|---|
| Acryl | 370 mm | wasserabweisend imprägniert, bei temporären Regenschauern regenbeständig, nicht wasserdicht |
| Polyester | 1.000 mm | deutlich dichter als Acryl |
| PVC | über 1.000 mm | dichtester Stoff der Kollektion; je nach Größe nur bei kleineren Formaten |
Warum tropft es trotz dichtem Stoff?
Die Wassersäule beschreibt das Gewebe als Fläche. Ein Schirm ist aber mehr als Gewebe: Er hat Nähte zwischen den Segmenten, eine Kante, einen Mastübergang und Befestigungspunkte an den Speichen. Der Laborwert sagt über diese Stellen nichts. Wer ein dichtes Gewebe wählt und trotzdem Tropfen an den Tischen sieht, sucht die Ursache deshalb meist dort.
Außerdem läuft Wasser, das nicht durch den Stoff geht, zur Kante und tropft dort ab. Ein dichtes Dach verlagert das Wasserproblem also an den Rand. Bei mehreren Schirmen liegt der Spalt zwischen zwei Dächern offen, solange keine Regenrinne ihn schließt.
Auch die Spannung zählt. Ein straffes Dach lässt Wasser zügig ablaufen, ein durchhängendes sammelt es in Falten. Bei den IPOMEA-Schirmen strafft ein selbstspannendes Teleskop-Federsystem die Bespannung, Edelstahlhaken am Speichenende halten sie. Prüfen Sie bei älteren Schirmen, ob die Bespannung noch gleichmäßig gespannt ist, und tauschen Sie sie bei sichtbaren Mulden aus.
Wie viel Wasser fällt bei Starkregen auf einen Schirm?
Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Starkregen ab 15 bis 25 Litern pro Quadratmeter in einer Stunde; ab 25 bis 40 Litern spricht er von heftigem Starkregen. Ein Rechenbeispiel: Ein quadratischer Schirm mit 4 × 4 m beschattet 16 m². Bei 15 bis 25 Litern pro Quadratmeter fallen auf diese Fläche in einer Stunde rechnerisch 240 bis 400 Liter, bei 40 Litern pro Quadratmeter 640 Liter.
Das ist eine Größenordnung, keine Bemessung. Sie zeigt aber, dass auch ein dichter Stoff diese Mengen nur umleitet: Sie laufen über die Kante auf Gehweg, Tische oder Nachbarflächen. Planen Sie dort einen Randstreifen ohne Sitzplätze oder eine Wasserführung ein.
Was tun Sie im Betrieb bei Regen?
Einen nassen Schirm verstauen Sie nicht geschlossen, weil sich Feuchtigkeit im Gewebe hält und Stockflecken entstehen. Wie Sie sie entfernen und vermeiden, steht im Ratgeber zur Reinigung.
Die Imprägnierung des Acryls hält nicht ewig. Zieht Wasser in den Stoff ein, statt abzuperlen, hat die Wirkung nachgelassen. Fragen Sie uns, bevor Sie ein Mittel auftragen: Ungeeignete Produkte können die Eigenschaften von Stoffen mit Brandschutzeinstufung verändern. Eine Freigabe für bestimmte Mittel liegt uns nicht vor.
- Nach Regen offen trocknen lassen, nicht nass einpacken
- Bei Sturm-, Gewitter- oder Unwetterwarnung schließen und sichern, wie es die Bedienungsanleitung vorgibt
- Gewebe sauber halten: Schmutz und Algen belasten die Oberfläche
- Randbereiche ohne Sitzplätze planen, wo Wasser abtropft
Welche Fehler beim Regenschutz kommen im Betrieb vor?
Ein verbreiteter Denkfehler ist die Erwartung, ein Acrylschirm halte Dauerregen ab. Er ist für temporäre Schauer gedacht. Wer regelmäßig Regentage überbrücken muss, wählt von Anfang an ein System, das dafür ausgelegt ist.
Der zweite Fehler betrifft die Aufstellung: Sitzplätze direkt am Schirmrand liegen unter der Tropfkante, und zwischen zwei Schirmen tropft zusätzlich der Spalt. Legen Sie die Tropfzone in einen Gang oder auf eine Randfläche, oder schließen Sie den Spalt mit einer Regenrinne. Die Rinne ist nach IPOMEA-Planungswerten nur mit Volant möglich, vor dem Schließen des Schirms zu demontieren und für temporäre Schauer gedacht, nicht für Dauerregen.
Drittens wird oft das Material falsch gewählt. PVC ist am dichtesten, kommt für große Gastro-Formate aber meist nicht in Frage. Wer mehr Dichtigkeit braucht, wählt Polyester oder prüft einen Trichterschirm. Seine nach innen geneigte Trichterform, auch Tulpenform genannt, führt das Wasser zur Mitte statt zur Kante. Seitenbehänge schützen die Flanken vor Wind und Regen, sie gibt es nur in Polyester, und sie beeinflussen die Windlast des Schirms.
Welche Lösung passt zu welchem Regenschutz?
Die Wahl hängt davon ab, wie oft und wie lange Ihr Betrieb bei Regen geöffnet haben soll. Bei wenigen Schauern genügt der Schirm mit Rinne, bei regelmäßigem Regenbetrieb lohnt ein System, das Wasser führt.
| Anspruch | Lösung | Grenze |
|---|---|---|
| kurze Schauer überbrücken | Schirm in Acryl | nicht für Dauerregen gedacht |
| mehr Dichtigkeit des Dachs | Polyester oder PVC | PVC je nach Größe nur bei kleineren Formaten |
| Spalt zwischen Schirmen schließen | Regenrinne | nimmt Wasser temporärer Schauer auf, nur mit Volant, vor dem Schließen demontieren |
| Wasser gezielt abführen | Trichterschirm IPOMEA Tulip | Entwässerung und Befestigung gemeinsam planen |
| ganzjährig regenfeste Überdachung | überlappende Tulip, Segel- oder Membranlösung | Anordnung, Statik und Genehmigung projektbezogen |
Welche Fragen klären Sie vor der Entscheidung?
Mit diesen Fragen finden Sie heraus, welchen Regenschutz Ihr Betrieb tatsächlich braucht.
- Wie viele Stunden am Tag und Tage im Jahr soll die Fläche bei Regen genutzt werden?
- Reichen kurze Schauer, oder soll auch Dauerregen überbrückt werden?
- Welche Wassersäule hat der gewählte Stoff, und nach welchem Verfahren wurde sie bestimmt?
- Wohin läuft das Wasser an Kante, Spalt und Mast?
- Wer schließt den Schirm bei Wind- und Unwetterwarnung?
Fazit
Prüfen Sie Stoff und Konstruktion getrennt: Die Wassersäule beschreibt nur das Gewebe, Nähte, Kante und Aufstellung entscheiden mit. Für kurze Schauer genügt ein wasserabweisender Stoff, für anhaltenden Regen brauchen Sie ein System, das Wasser führt, statt es nur abzuhalten.



