Wie führt ein Trichterschirm das Regenwasser ab?

Beim klassischen Schirm läuft Regen nach außen und tropft vom Rand. Ein Trichterschirm kehrt das um. Wegen dieser Trichterform heißt er im Alltag auch Tulpenschirm, und mancher sucht ihn als „umgedrehten Sonnenschirm“: Das Schirmdach ist nach innen geneigt, das Wasser läuft zur Schirmmitte und von dort in eine Drainage, einen Regenwasserspeicher oder einen Bodenablauf. Beim IPOMEA Tulip, dem wasserführenden Trichterschirm, endet die Membran am schlanken zylindrischen Mast (Ø 15 cm) mit einem kurzen Übergang von etwa 15 Zentimetern.

Mehrere Tulip lassen sich höhenversetzt und überlappend anordnen. So entsteht eine zusammenhängende, regenfeste Überdachung. Anordnung und Überlappung werden projektbezogen festgelegt. Die Produktdaten zu den Tulpenschirmen und alle weiteren Systeme stehen auf den Seiten zum Trichterschirm.

Welche Trichterschirme gibt es bei IPOMEA?

Bei IPOMEA gibt es mehrere Schirme in Trichter- oder Kelchform, die sich im Zweck unterscheiden. Welcher passt, hängt davon ab, ob die Wasserführung, das Einfahren oder die Gestaltung im Vordergrund steht.

SchirmWasserführungSchwerpunkt
IPOMEA TulipWasser läuft über die Membran zum Mast und von dort in Drainage, Speicher oder Bodenablaufwasserführender Trichterschirm, überlappend kombinierbar
IPOMEA ProTrichterform; der Stoff zieht sich beim Schließen in eine eigene Hülle zurückStoff verschwindet beim Schließen in der Hülle, Bedienung per Knopfdruck
IPOMEA Simplex IIWasser läuft zur Mitte und am unteren Stoffanschluss frei ab oder über Schlauch beziehungsweise Drainagemobiler Event-Trichterschirm für Veranstaltungen, Bedienung per Seilzug
IPOMEA Prismanach innen geneigte Membran sammelt Wasser am Zentrum, Entwässerung über den MittelmastDesignschirm in umgekehrter Pyramidenform

Wie viel Wasser kommt bei Starkregen zusammen?

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Starkregen ab 15 bis 25 Litern pro Quadratmeter in einer Stunde, vor heftigem Starkregen ab 25 bis 40 Litern und vor extrem heftigem Starkregen ab 40 Litern. Als Rechenbeispiel nehmen wir einen Trichterschirm mit 25 Quadratmetern Grundfläche in der Draufsicht (Annahme, etwa 5 × 5 m). Er fängt bei Starkregen rund 375 bis 625 Liter in einer Stunde, bei heftigem Starkregen 625 bis 1.000 Liter und bei extrem heftigem Starkregen mindestens 1.000 Liter.

Umgerechnet auf die Sekunde sind 1.000 Liter in der Stunde etwa 0,28 Liter pro Sekunde, die am Mastfuß gesammelt und abgeführt werden müssen. Das Beispiel zeigt die Größenordnung, ersetzt aber keine Bemessung. Den Querschnitt von Ablauf und Leitung und die Auslegung der Entwässerung legt der Planer für Ihren Standort fest.

DWD-StufeNiederschlag je StundeWasser bei 25 m² Grundfläche
Starkregen15 bis 25 l/m²375 bis 625 Liter
heftiger Starkregen25 bis 40 l/m²625 bis 1.000 Liter
extrem heftiger Starkregenab 40 l/m²ab 1.000 Liter

Wohin kann das Wasser laufen?

Es gibt drei übliche Wege. Welcher passt, hängt vom Untergrund, vom Gefälle und von der Entwässerungssatzung Ihrer Gemeinde ab. Klären Sie früh, ob Sie Wasser in den Kanal einleiten oder versickern lassen dürfen, denn das entscheidet über Aufwand und Genehmigung.

ZielVorteilZu klären
Bodenablaufeinfach, wenn ein Anschluss vorhanden istAnschluss an Kanal oder Versickerung, Zulässigkeit nach Satzung
DrainageWasser versickert vor OrtDurchlässigkeit des Bodens, Abstand zu Gebäuden
RegenwasserspeicherWasser lässt sich zum Gießen nutzenGröße, Überlauf, Frostschutz

Wie lassen sich mehrere Trichterschirme zu einer Überdachung verbinden?

Wer eine größere Fläche überdachen will, setzt mehrere Schirme zusammen. Bei Tulip bilden höhenversetzt angeordnete, überlappende Schirme eine zusammenhängende, regenfeste Überdachung. Prisma und IPOMEA Pro lassen sich mit eigenen Verbindungselementen zu einer zusammenhängenden Überdachung kombinieren. Raster, Anschlüsse und Wasserführung legen wir dabei projektbezogen fest.

Der Unterschied zu einer Regenrinne zwischen klassischen Schirmen ist wichtig: Die Rinne nimmt das Wasser temporärer Schauer auf und ist nur mit Volant möglich. Wer dauerhaft regenfest überdachen will, plant deshalb von Anfang an ein System, das dafür gebaut ist. Jeder Schirm der Gruppe braucht dann einen eigenen Weg für das Wasser oder einen gemeinsamen Sammelpunkt, den der Planer bemisst.

In welcher Reihenfolge planen Sie ein Projekt mit Trichterschirmen?

Für ein Projekt mit einem oder mehreren Trichterschirmen empfehlen wir folgende Reihenfolge: erst die Wasserfrage, dann die Konstruktion.

  • Standort aufnehmen: Untergrund, Gefälle, vorhandene Leitungen und Anschlüsse
  • Ablaufpunkt am Mastfuß festlegen und Zielweg bestimmen (Bodenablauf, Drainage oder Speicher)
  • Menge abschätzen und Querschnitt vom Planer bemessen lassen
  • Befestigung wählen: Bodenhülse, Ankerplatte oder Standrahmen, abgestimmt auf den Wasserweg
  • Überlauf und Frostschutz planen
  • Betrieb und Wartung schriftlich festlegen

Welche Fehler lassen sich bei der Entwässerung vermeiden?

Ein typischer Fehler ist, die Entwässerung erst nach dem Schirm zu planen. Dann liegt der Ablaufpunkt am Mast an einer Stelle, an der kein Anschluss möglich ist, und die Lösung wird aufwendig. Ein zweiter Fehler ist der fehlende Überlauf: Ein Speicher, der voll ist, schickt das Wasser dorthin, wo es nicht hin soll, etwa zum Gebäude. Dritter Fehler: Frost. Leitungen mit stehendem Wasser müssen im Winter entleert oder frostsicher geführt sein.

Hinzu kommt das Missverständnis, ein Trichterschirm sei automatisch ein Allwetterschirm. Er führt das Wasser kontrolliert ab, ersetzt aber nicht die Entscheidung, bei Sturm zu schließen. Die Windgrenze nennen wir je Projekt verbindlich im Angebot.

Was gilt für Betrieb, Wartung und Winter?

Prüfen Sie Ablauf und Leitung vor der Saison auf Laub und Schmutz. Ein verstopfter Ablauf lässt den Trichter volllaufen und belastet den Schirm unnötig. Auch während der Saison lohnt eine Sichtkontrolle nach Starkregen.

Im Winter gehört das Wasser aus Leitung und Speicher entleert oder frostsicher geführt. Bei Sturm gilt wie bei jedem Schirm: schließen und sichern. Eine verbindliche Windgrenze nennen wir je Projekt im Angebot, weil sie von Größe, Ausführung, Befestigung und Standort abhängt. Übernehmen Sie sie in Ihre Betriebsanweisung.

  • Ablauf vor der Saison reinigen und auf freien Durchfluss prüfen
  • Überlauf des Speichers so legen, dass Wasser nicht zum Gebäude läuft
  • Leitungen frostsicher verlegen oder vor dem Winter entleeren
  • Windgrenze aus dem Angebot in die Betriebsanweisung übernehmen

Fazit

Ein Trichterschirm bietet Regenschutz ohne Tropfkante, wenn Entwässerung, Befestigung und Betrieb zusammen geplant sind. Das Wasser braucht von der Mitte einen gesicherten, bemessenen Weg bis zum Ziel. Sind Standort, Untergrund und vorhandene Anschlüsse bekannt, planen wir Ablaufpunkt und Befestigung gemeinsam.