Was ist die Windlast bei einem Sonnenschirm?
Rechnerisch erzeugt der Wind einen Staudruck q = ½ · ρ · v², mit einer Luftdichte ρ von etwa 1,2 kg/m³ und der Geschwindigkeit v in m/s. Bei doppelter Geschwindigkeit wirkt der vierfache Druck. 40 km/h entsprechen etwa 11,1 m/s und rund 75 Pa, 80 km/h etwa 22,2 m/s und rund 300 Pa. Die Kraft auf das Dach ergibt sich aus Druck, Fläche und einem Formbeiwert; ein vierfach größeres Dach trägt bei gleichem Wind etwa die vierfache Kraft.
Warum zählen Böen mehr als der Mittelwert?
Für die Belastung sind Böen maßgeblich. Sie liegen deutlich über der mittleren Windgeschwindigkeit aus dem Wetterbericht und treffen Dach und Mast in Sekunden. Zubehör vergrößert die Angriffsfläche: Seitenbehang und Volant fangen Wind, und Regenrinnen verbinden Schirme zu einer großen Fläche.
IPOMEA-Planungswerte zum Wind gelten nur für die beschriebene Konfiguration. Windwerte aus Tabellen, Windkanalversuchen und Statiken dürfen nicht zu einem pauschalen Windversprechen zusammengezogen werden.
Welche Folgen hat die Windlast für Planung und Betrieb?
Die Windlast bestimmt die Auslegung von Mast, Speichen, Befestigung und Fundament oder Ballast. Beispiel: Bodenschraubanker mit Hülsen-Oberteil sind laut unseren technischen Unterlagen (Stand 2026) für Windstärke 4 berechnet, eine niedrige Stufe der Beaufort-Skala und kein Sturmnachweis.
Sie bestimmt auch den Betrieb: Bei aufkommendem Wind wird der Schirm geschlossen, weil die Angriffsfläche dann viel kleiner ist. Ein Windwert beschreibt die Grenze einer berechneten oder geprüften Ausführung und gibt den Betrieb nicht frei. Maßgebend für den Standort sind Windzone und Geländekategorie nach DIN EN 1991-1-4, siehe Lastannahme. Eine verständliche Einordnung bietet der Ratgeber „Sonnenschirm windfest“.
