Worauf kommt es bei Wind auf einem offenen Platz an?
Ein Platz ohne Randbebauung bietet dem Wind mehr Angriffsfläche als ein Innenhof. Deshalb zählt die Windaussage für die konkrete Größe, Ausführung und Befestigung, nicht die einer ganzen Baureihe. Größere Schirmdächer fangen mehr Wind. Auf exponierten Plätzen sind zwei mittelgroße Schirme deshalb oft die bessere Wahl als ein einzelner sehr großer.
Für offene Plätze empfehlen wir den IPOMEA Classic Pro mit seinem Mast von 100 mm Durchmesser und 5 mm Wandstärke, für geschützte Lagen reicht der IPOMEA Classic. Windaussagen nennen wir nur mit Größe, Ausführung, Befestigung und Prüfaufbau. Sie beschreiben, was der geöffnete Schirm konstruktiv aufnimmt, und sind keine Zusage für jedes Wetter. Bei einer Sturmwarnung wird jeder Schirm geschlossen, von Hand, mit Motor oder über den Windsensor.
Was gehört zu einem prüffähigen Standsicherheitsnachweis?
Auf Wunsch erstellen wir einen prüffähigen, standortbezogenen statischen Nachweis. In ihn gehen vier Angaben ein:
- Schirmgröße und Zahl der Segmente
- Art der Befestigung: Bodenhülse im Fundament, Standrahmen oder Betonständer
- Baugrund und Einbausituation, etwa Pflaster, Tiefgaragendecke oder Leitungen im Boden
- Windbeanspruchung am Standort
Wer baut das Fundament?
In der Regel baut der Bauhof oder ein Tiefbauunternehmen das Fundament. Das Fundamentmaß nennen wir im Angebot; es ist ein IPOMEA-Planungswert, die Statik bleibt projektspezifisch. Die Bodenhülsen lassen sich vorab liefern, sodass das Fundament fertig ist, bevor die Schirme kommen.
Wann ist eine B1-Bespannung aus PVC die richtige Wahl?
Im öffentlichen Raum empfehlen wir PVC. Das beschichtete Gewebe hat 480 g/m², eine Wassersäule über 1.000 mm und lässt sich abwischen. Als einziger der Standardstoffe ist es schwer entflammbar nach DIN 4102-1 (B1). Öffentliche Auftraggeber schreiben B1 häufig vor; maßgeblich sind die Ausschreibung und die Brandschutzvorgaben vor Ort. Brandzertifizierte Ausführungen von Acryl und Polyester (A oder B1) gibt es auf Anfrage; eine Bedruckung hebt die B1-Einstufung auf. PVC steht je nach Größe nur bei kleineren Formaten zur Verfügung, die möglichen Größen nennen wir im Angebot.
| Bespannung | Brandverhalten | Eigenschaften |
|---|---|---|
| Polyester, 230 g/m² | B1 auf Anfrage | Wassersäule 1.000 mm, UPF 80 |
| Acryl, 300 g/m² | A oder B1 auf Anfrage | spinndüsengefärbt, UPF 40 bis 80 je nach Farbton, wasserabweisend |
| PVC, 480 g/m² | schwer entflammbar, B1 nach DIN 4102-1 (ohne Bedruckung) | Wassersäule über 1.000 mm, abwischbar, UPF 80 |
Wie sichern Sie Großschirme gegen Diebstahl und Vandalismus?
Einen Schirm, dem mutwillige Gewalt nichts anhaben kann, gibt es nicht. Es gibt aber eine Bauweise, die wenig Angriffsfläche bietet und sich reparieren lässt:
- Diebstahlsicherung: Beim Classic Pro ist sie serienmäßig, für den Classic lässt sie sich mit Dorn und Vorhängeschloss nachrüsten.
- Abnehmbare Kurbel: Die Handkurbel aus Edelstahl wird nach dem Öffnen abgezogen. Das schützt vor unbefugter Bedienung.
- Gewicht: Ein Betonständer wiegt 995 kg und wird per Gabelstapler geliefert und gesetzt.
- Einzelteile statt Neukauf: Die Bespannung ist einzeln lieferbar, für kleine Schäden gibt es Flicken aus gleichem Stoff.
- Prallschutz: Auf Schulhöfen und an Spielplätzen dämpft er Stöße am unteren Teil des Mastes, bis 85 cm Höhe.
- Abdeckscheibe: Wird der Schirm für eine Veranstaltung oder über den Winter abgebaut, verschließt sie die Bodenhülse bodenbündig.
Wer bedient die Schirme: Bauhof oder Betreiber?
Legen Sie vor der Bestellung fest, wer öffnet, wer schließt und wo die Kurbel liegt. Die Kurbelaufnahme sitzt auf 92 cm Höhe. Beim Classic Pro kann der Bauhof statt der Handkurbel einen Akkuschrauber mit Sechskant-Einsatz ansetzen, das spart Zeit bei mehreren Schirmen. Mit Motor schließt eine Gruppe auf Knopfdruck, ein Windsensor sendet bei aufkommendem Wind das Schließsignal. Der Sensor unterstützt, den Blick aufs Wetter ersetzt er nicht. Eine Schutzhülle gehört zum Lieferumfang.
Welche Befestigung kommt ohne Tiefbau aus?
Wo der Belag nicht geöffnet werden soll, weil Leitungen darunter liegen oder das Pflaster neu ist, gibt es zwei Wege:
- Betonständer als Sitzelement: Sitzplatz und Schirmfundament in einem Bauteil, 995 kg auf 110 × 110 cm, mit Schrägausgleich von 4 cm. Ob das Gewicht für Ihre Schirmgröße reicht, prüfen wir im Angebot.
- Standrahmen mit Gabionen oder Betonplatten: Beim Classic lassen sich Gabionen im Format 50 × 50 cm einsetzen, die mit Steinen gefüllt rund 110 kg wiegen; eine Sitzplatte obenauf macht aus der Beschwerung eine Bank. Für den Classic Pro gibt es Standrahmen und freistehende Standplatten in ein bis vier Lagen.
Wo hat eine Befestigung ohne Tiefbau Grenzen?
An exponierten Lagen mit Aufwinden, Hanglage oder Windschneisen ist der Ballast zu erhöhen. Betonständer und Standrahmen sparen Erdarbeiten, die Koordination mit einem Tiefbauunternehmen und Bauzeit. Die einbetonierte Bodenhülse bleibt die unauffälligste Standardlösung für feste Standorte.
Was fällt an Wartung an, und gibt es Ersatzteile?
Beim Classic und Classic Pro sind die Gestellverbindungen mit lösbaren Bolzen gesteckt, die Bespannung hängt an Edelstahlhaken und lässt sich leicht wechseln. Bespannung und Schutzhülle sind einzeln lieferbar. Für Standorte mit Salzluft gibt es ein Paket mit Dreh- und Normteilen aus Edelstahl V4A. Die Bespannung reinigen Sie am stehenden Schirm mit weicher Bürste und Reiniger.
Was braucht eine Ausschreibung für Großschirme?
Wie eine Ausschreibung funktional und ohne künstliche Alleinstellung formuliert wird, beschreibt der Ratgeber zum Ausschreiben von Großschirmen.
Für Planer und Vergabestellen stellen wir bereit:
- Leistungstexte zur Übernahme ins Leistungsverzeichnis, gegliedert nach Ausführung, Antrieb, Traggestell, Verbindungstechnik, Bespannung und Befestigung
- technische Angaben wie Größe, Schattenfläche, Mastprofil und Durchgangshöhe, bei Windaussagen mit der zugehörigen Prüfkonfiguration
- das Fundamentmaß im Positionstext der Bodenhülse, damit Erdarbeiten bauseits geplant werden können
- die Bodenhülsen vorab, sodass das Fundament fertig ist, bevor die Schirme kommen
- Antworten auf Rückfragen, auch während und nach der Vergabe
Wie lassen sich mehrere Schirme verbinden, und was leistet der Trichterschirm?
Sollen mehrere Schirme eine durchgehende Überdachung bilden, lassen sich die Schirmdächer nach Projektprüfung mit Regenrinnen verbinden. Beim Trichterschirm IPOMEA Tulip läuft das Regenwasser zur Schirmmitte und von dort in eine Drainage, einen Regenwasserspeicher oder einen Bodenablauf. Er passt auf Plätze, an denen der Schirm auch gestalterisch wirken soll.
Fazit
Auf einem öffentlichen Platz zählen Größe, Befestigung, Brandschutz und Betrieb zusammen: eine Windaussage für genau diese Konfiguration, ein Nachweis für den Standort, PVC mit B1, wenn die Behörde es verlangt, und klare Zuständigkeit für Öffnen und Schließen. Ein Foto des Platzes, ein grober Lageplan, der Untergrund und die geplante Nutzung genügen als Grundlage. Wir schlagen Schirm, Bespannung und Befestigung vor und liefern auf Wunsch den Leistungstext für Ihre Ausschreibung.



