Warum braucht ein Motorschirm einen Windsensor?
Ein Sonnenschirm mit Motor lässt sich auf Knopfdruck öffnen und schließen. Bei Wind muss aber jemand den Knopf drücken, und bei mehreren Schirmen jeden einzelnen. Genau hier hilft der Windsensor: Der Schirm schließt bei aufkommendem Wind selbst, auch wenn gerade niemand an der Terrasse steht.
Wir empfehlen deshalb einen Windmesser. Er gibt dem Betrieb einen Puffer, ist aber kein Ersatz für die Entscheidung des Betreibers. Die Grenzen zeigt der Abschnitt weiter unten.
Wie arbeitet ein Windwächter am Sonnenschirm?
Der Windwächter misst die Windgeschwindigkeit und sendet per Funk ein Schließsignal an den Rohrmotor im Mast. Hält der Wind den eingestellten Grenzwert über eine kurze Zeit, fährt der Schirm zu. Die Einfahrverzögerung sorgt dafür, dass nicht jede kurze Böe den Schirm schließt.
Den Sensor gibt es für Schirme mit Rohrmotor, also für den IPOMEA Classic und den IPOMEA Classic Pro. Die wichtigsten Werte aus unserer technischen Unterlage:

| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Grenzwert | einstellbar von 10 bis 50 km/h |
| Einfahrverzögerung | 3 Sekunden |
| Sperrzeit | ca. 10 Minuten |
| Schutzart | IP43 |
| Temperaturbereich | −20 bis +60 °C |
| Funkfrequenz | 434 MHz |
Wie schnell schließt der Schirm, und wo hört die Hilfe auf?
Das Schließen dauert nach Herstellerangabe bis zu etwa 90 Sekunden. Bei einer plötzlichen Böe ist das zu langsam: Der Sensor löst aus, der Schirm braucht aber noch Zeit, bis das Dach unten ist. Wann der Schirm tatsächlich zu ist, hängt von Schirm, Standort und Betriebslogik ab.
Deshalb gilt auch mit Windsensor: Bei aufkommendem Wind schließen und sichern Sie die Schirme zusätzlich selbst, in Eigenverantwortung und mit Zurrgurt. Beobachten Sie die Wetterwarnungen und beenden Sie den Betrieb bei Sturm rechtzeitig, bevor der Sensor anspringt. Ein Windwert nützt nur, wenn er zu Ihrer Konfiguration passt. Worauf Sie bei Windangaben achten, lesen Sie im Ratgeber zum windfesten Sonnenschirm.
Böen belasten einen geöffneten Schirm stärker als der gemittelte Wind, den die Beaufort-Skala beschreibt. Stellen Sie den Grenzwert deshalb niedriger ein als die Windgrenze, die für Ihre Konfiguration gilt.
Wo wird der Windsensor montiert, und wie wird er eingestellt?
Den Windsensor gibt es solarbetrieben und per Funk. Dann muss kein Stromkabel an der Fassade verlegt werden. Eine Ausführung mit fester Stromversorgung klären wir bei Bedarf im Projekt.
Der Platz entscheidet über die Qualität der Messung. Setzen Sie den Sensor an den windreichsten Ort der Anlage, nah an die Schirme und mit Sichtkontakt zum Empfänger. Im Windschatten eines Gebäudes misst er zu niedrig. Danach wird er feinjustiert: Die Empfindlichkeit stellen Sie über ein Potentiometer ein.
- Am windreichsten Ort der Anlage montieren
- Nah an den Schirmen, mit Sichtkontakt zum Empfänger
- Nicht im Windschatten eines Gebäudes
- Nach der Montage feinjustieren und den Grenzwert niedriger als die Windgrenze Ihrer Konfiguration wählen
- Funktion und Versorgung regelmäßig prüfen
Mehrere Schirme: Gruppen und Zentralbefehl
Große Anlagen steuern Sie in Gruppen. Der 18-Kanal-Funksender schaltet bis zu 18 Schirme einzeln, in Gruppen oder alle zugleich, die Gruppen programmieren wir werkseitig nach Ihrem Plan. So lässt sich eine Terrasse zum Beispiel in Bereiche teilen, die Sie getrennt öffnen und schließen.
Wie viele Schirme ein Windsensor gemeinsam schließt und welche Gruppen er bedient, legen wir bei der Planung fest. Auch der Zentralbefehl für alle Schirme gehört zum Plan. Mehr zu Hand- und Wandsendern steht im Lexikon unter Funksteuerung.
Windsensor und Hausautomation: Was ist möglich?
Der Motor lässt sich über die Funk-Sendestation in die Hausautomation einbinden. Angebunden werden sieben Systeme: elero, elsner, GIRA, KNX, LOXONE, Rademacher und somfy. Planung und Programmierung liegen beim Elektrotechniker oder Systemintegrator. Hinweise zur KNX-Anbindung finden Sie im Lexikon.
Ob ein vorhandener Wind- oder Wettersensor Ihrer Haustechnik den Schirmen einen Schließbefehl geben kann, klären wir mit Ihrem Elektroplaner im Projekt. Auch eine Kopplung des Motors mit einer Lichtmessung (Helligkeitssensor) ist denkbar. Umfang und Bauteile klären wir dabei im Projekt, eine feste Zusage gibt es dafür nicht.
Welche Grenzen hat der Windsensor?
Der Windsensor setzt einen Motor voraus. Für Classic Eco und Classic Free gibt es keinen Rohrmotor und damit auch keinen Windsensor. Beim IPOMEA Tulip prüfen wir Motor und Sensor im Projekt, sie lassen sich nicht automatisch vom Classic Pro übertragen. Wie die Bedienung je Modell aussieht, zeigt der Ratgeber Kurbel oder Motor.
Der Sensor schließt den Schirm auch dann, wenn Gäste darunter sitzen. Er fällt bei Strom- oder Funkausfall aus. Die Verantwortung für den sicheren Betrieb, die Bedienungsanleitung und die zulässigen Windgrenzen bleiben beim Betreiber.
Fazit
Ein Windsensor spart bei Motorschirmen Wege und gibt dem Betrieb einen Puffer, wenn Wind aufkommt. Er ersetzt nicht Ihre Aufsicht: Das Schließen dauert bis zu etwa 90 Sekunden, bei plötzlichen Böen bleibt der Sensor zu langsam. Schildern Sie uns Ihre Terrasse, die Zahl der Schirme und Ihre Haustechnik, dann klären wir Platz, Gruppen und Anbindung mit Ihnen, kostenlos: Beratung anfragen. Alle Bausteine im Überblick finden Sie unter elektrischer Sonnenschirm.


