Wann genügt die Kurbel, wann lohnt der Motor?
Ein Schirm wird im Betrieb öfter bewegt, als man beim Kauf denkt: morgens auf, bei Wolken zu, bei Wind zu, abends zu. Der Antrieb entscheidet, wie viel Zeit und Kraft das Personal dafür braucht und wie schnell die Schirme im Ernstfall geschlossen sind.
Die Handkurbel ist robust und braucht weder Strom noch Elektroplanung. Sie bindet aber eine Person je Schirm, und bei großen Dächern ist das Öffnen anstrengend. Der Rohrmotor, wie ihn ein elektrischer Sonnenschirm hat, öffnet und schließt auf Knopfdruck, per Funk oder über die Gebäudesteuerung. Dafür brauchen Sie eine Stromzuleitung im Mast und müssen beim Zubehör Abstriche machen. Ob sich der Motor rechnet, ermitteln Sie wie jede Investition: Personalminuten je Schirm und Tag, mal Schirmzahl, mal Betriebstage, gegen die Mehrkosten des Motors.
Welche Bedienung hat welches Modell?
Wie ein Schirm geöffnet wird, hängt vom Modell ab. Bei Classic und Classic Pro bewegt ein kugelgelagertes Kegelradgetriebe im Mast das Dach. Beim Classic Pro lässt sich der Schirm zusätzlich per Akkuschrauber über den mitgelieferten 6-Kant-Einsatz bewegen. Das spart Kraft, ohne dass eine Elektroinstallation nötig ist.
| Modell | Standardbedienung | Motor |
|---|---|---|
| IPOMEA Classic Eco | Seilzug oder Handkurbel; schließt nach unten wie ein Regenschirm | nein |
| IPOMEA Classic | abnehmbare Handkurbel aus Edelstahl, Kurbelhöhe 92 cm | Rohrmotor optional |
| IPOMEA Classic Pro | Handkurbel oder Akkuschrauber mit 6-Kant-Einsatz (im Lieferumfang) | Rohrmotor optional |
| IPOMEA Classic Free | abnehmbare Handkurbel aus Edelstahl | nein |
| IPOMEA Tulip | Kurbel oder elektrischer Antrieb | projektbezogen zu klären |
| IPOMEA Pro | Knopfdruck; Motor und Fernbedienung nach Projektabstimmung | nach Projektabstimmung |
| IPOMEA Simplex II | Seilzug | nein |
Wie funktioniert der Rohrmotor?
Der Rohrmotor sitzt vollständig im Mast. Er arbeitet mit 230 Volt und 50 Hertz, nimmt 1,0 Ampere auf (Spitze 1,5 Ampere) und leistet 220 Watt. Bei Stromausfall lässt sich der Schirm mit einer Notkurbel öffnen und schließen. An einer 16-Ampere-Leitung sind bis zu 8 Motoren möglich, an einer 10-Ampere-Leitung bis zu 6. Mehr zum Motorantrieb für Großschirme mit Bausteinen und Kompatibilität finden Sie auf der Seite zum elektrischen Schirm.
Den Motor gibt es nur für bestimmte Größen und mit definierten Befestigungen, nicht jede Kombination ist freigegeben. Die Zuleitung läuft unterirdisch durch Bodenhülse und Mast und wird von einer Elektrofachkraft mit FI-Schutzschalter und Leistungsautomat installiert. Eine Mastverkürzung ist nur auf Anfrage möglich; besprechen Sie die Höhen deshalb vorab.
Kabel oder Funk: Was ist besser?
Gesteuert wird per Kabel, zum Beispiel über Schalter oder Hausautomation, oder per Funk. Ein späterer Wechsel zwischen beiden Varianten ist nicht möglich, entscheiden Sie also vor der Bestellung. Wir empfehlen das Kabel, weil es weniger störanfällig ist.
Beim Funkbetrieb öffnet und schließt der Schirm nach drei Sekunden Tastendruck. Die Reichweite des Senders liegt bei etwa 25 Metern, und es braucht Sichtkontakt zum Empfänger. Wer einen Sonnenschirm mit Motor per Fernbedienung steuern will, nutzt den Funksender. Für mehrere Schirme gibt es einen 18-Kanal-Funksender für Einzel- und Gruppensteuerung sowie Wandsender für feste Standorte. Für die Hausautomation steht eine Funk-Sendestation mit potentialfreien Kontakten bereit. Ob sich Ihr System, etwa KNX, anbinden lässt, klären wir in der Planung.
Was bedeutet der Thermoschutz des Motors?
Ein Temperatursensor schaltet den Motor nach mehreren Fahrten ab. Bei 20 °C geschieht das beim Classic nach drei Wegen, beim Classic Pro nach eineinhalb Wegen. Danach läuft der Schirm etwa 12 Minuten, bei 30 °C bis zu 30 Minuten, nur mit Handkurbel. Für Betriebe, die Schirme häufig öffnen und schließen, ist das eine echte Grenze. Planen Sie darum Handkurbel und Notbetrieb von Anfang an mit ein.
Schließt der Schirm bei Wind von selbst?
Ein Windsensor kann dem Rohrmotor ein Schließsignal senden, er unterstützt den Betrieb aber nur. Bei aufkommendem Wind muss der Betreiber die Schirme in Eigenverantwortung schließen und sichern. Der Grenzwert des Sensors ist zwischen 10 und 50 km/h einstellbar. Wann der Schirm tatsächlich schließt, hängt von Schirm, Standort und Betriebslogik ab. Mehr zu Wind und Schirmen lesen Sie im Ratgeber zur Windfestigkeit.
Welches Zubehör geht mit Motor nicht?
Der Rohrmotor lässt sich mit LED-Beleuchtung kombinieren, nicht aber mit Heizstrahlern, Lautsprechern oder USB-Ladestation. Bei der Kombination mit LED wird das 12-Volt-Netzteil am oder im Haus montiert. Wer Heizstrahler möchte, behält den handbedienten Schirm. Das ist die wichtigste Abwägung bei der Ausstattung: Wärme und Komfort gegen Motor.
- Kabel oder Funk vor der Bestellung festlegen
- Leitung und Absicherung für die Zahl der Motoren bemessen
- Heizstrahler, Lautsprecher und USB-Ladestation am selben Schirm ausschließen
- Windsensor als Unterstützung sehen, die Verantwortung bleibt beim Betreiber
- Handkurbel für den Notbetrieb einplanen
Fazit
Die Kurbel ist einfach und braucht keinen Strom, der Motor spart Zeit bei vielen oder großen Schirmen. Legen Sie Kabel oder Funk vor der Bestellung fest, und entscheiden Sie früh, ob Sie Heizstrahler wollen, denn beides zusammen geht nicht. Alle Bausteine im Überblick: Sonnenschirm elektrisch.


