Was ist eine Hitzeinsel und wie entsteht sie?
Eine Hitzeinsel, auch städtische Wärmeinsel genannt, ist ein dicht bebautes Stadtgebiet, das sich am Tag stärker aufheizt und nachts weniger abkühlt als das Umland. Beton, Asphalt und Gebäude speichern Wärme und geben sie in der Nacht ab. Es fehlen Vegetation und Wasserflächen, die kühlen, und enge Straßen behindern den Luftaustausch. Der Deutsche Wetterdienst beschreibt, dass große Städte bis zu 10 Kelvin wärmer sein können als ihr Umland, nachts am stärksten.
Der Wetterdienst zählt dazu Kenntage: Ein Sommertag hat eine Höchsttemperatur von mindestens 25 °C, ein Heißer Tag von mindestens 30 °C. Bei einer Tropennacht sinkt die Temperatur nicht unter 20 °C.
Welche Folgen hat eine Hitzeinsel?
Hitze belastet Kreislauf und Schlaf, besonders bei älteren Menschen, Kindern und Kranken. Plätze und Außenbereiche ohne Schatten werden gemieden; für Gastronomie und Handel heißt das, dass Flächen leer bleiben. Oberflächen unter direkter Sonne werden zudem deutlich heißer als die Luft, auf dunklem Pflaster spüren Menschen die Strahlung stärker als die Lufttemperatur. Für Kommunen ist der Umgang mit Hitze eine Aufgabe der Daseinsvorsorge, die in Hitzeaktionsplänen und Klimaanpassungskonzepten geregelt wird.
Was tragen Schatten und Kühlung gegen Hitzeinseln bei?
Schatten senkt die Strahlungsbelastung am schnellsten. Sonnenschirme, Segel und Membrandächer sind kurzfristig umsetzbar und stehen dort, wo keine Bäume wachsen können. Sie ergänzen Begrünung, Entsiegelung und Wasser, ersetzen sie aber nicht. Mit Nebelkühlung lässt sich die Wirkung erhöhen.
Welche Orte zuerst Schatten brauchen, zeigt die IPOMEA Hitzeanalyse als adressbezogenes Screening auf Basis offener Daten; sie ist keine Messung und kein mikroklimatisches Gutachten. Für Kommunen gibt es Förderprogramme zur Klimaanpassung, den aktuellen Stand finden Sie auf der Förderseite. Ein bewusst gestalteter Ort gegen die Hitze heißt Klimainsel.
