Wie wird ein Trichterschirm befestigt?
Die Befestigung eines Trichterschirms hängt vom Untergrund ab: Bodenhülse im Fundament, Ankerplatte auf tragendem Beton, Flachdach-Ankersystem auf dem Dach oder ein Standrahmen mit Ballast, wenn kein Fundament vorgesehen ist. Beim Tulpenschirm stehen dafür Bodenhülsen, Ankerplatten, Standrahmen und Sitzbanklösungen zur Verfügung. Welche Variante zu welcher Schirmgröße passt, legen wir im Projekt fest.
Ein Trichterschirm ist ein Schirmtyp mit vielen Namen: Tulpenschirm, Kelchschirm und Trompetenschirm meinen dasselbe. Für die Befestigung gilt bei allen dasselbe Prinzip wie bei jedem Großschirm: Der Anschluss wird für Standort, Schirmgröße und Belastung ausgelegt. Eine Übersicht aller Systeme finden Sie unter Trichterschirme im Überblick.
Befestigung nach Untergrund
Welche Lösung zu Ihrem Standort passt, zeigt die Übersicht.
| Untergrund | Lösung | Hinweis |
|---|---|---|
| Boden mit Fundament, dauerhafter Standort | Bodenhülse im Betonfundament | zweiteilig; bei entnommenem Schirm bleibt der Anschluss bodenbündig; Entwässerungsanschluss im Fundament möglich |
| Tragende Betonfläche | Ankerplatte zum Aufdübeln | Verankerung und Tragfähigkeit werden für den Standort geprüft |
| Terrasse mit erhöhtem Bodenaufbau | erhöhte Ankerplatte | Höhe wird auf den Aufbau abgestimmt |
| Flachdach, Dachterrasse | Flachdach-Ankersystem | bindet den Schirm in den Dachaufbau ein; Tragwerk, Abdichtung und Belag stimmen wir gemeinsam ab |
| Kein Bodenfundament vorgesehen | Standrahmen mit Ballast, Betonständer oder flache Stahlstandplatte | Ballast und Größe richten sich nach Schirmformat und Standort |
| Terrasse mit sichtbarem Belag | Standplatte unter dem Belag | Distanzsockel führt durch den Belag, der sichtbare Boden bleibt aufgeräumt |
| Stadtraum, Aufenthaltsfläche, temporäre Aufstellung | Sitzbank als Schirmbasis | Betonständer mit Sitzauflage: Schatten und Sitzplatz in einem |
Bodenhülse und Schirmfundament
Für dauerhafte Standorte ist die Bodenhülse die klassische Lösung. Sie wird im Betonfundament einbetoniert, das Hülsen-Oberteil ist abschraubbar. Wird der Schirm entnommen, schließt der Anschluss bodenbündig ab, eine Abdeckscheibe dient der Winterabdeckung.
Das Fundament wird passend zum Schirm bemessen, wie bei jedem Großschirm; mehr dazu im Lexikon unter Fundament. Soll das Regenwasser über das Fundament abfließen, nehmen wir den Entwässerungsanschluss gleich mit auf. Wie das Wasser im Mast nach unten läuft, beschreibt der Ratgeber Trichterschirm und Regenwasser.
Trichterschirm auf der Dachterrasse und dem Flachdach
Auf dem Flachdach bindet das Flachdach-Ankersystem den Schirm in den Dachaufbau ein. Tragwerk, Abdichtung und Belag stimmen wir gemeinsam mit den Beteiligten ab; bei gering belastbaren Decken verteilen wir die Lasten auf eine größere Fläche. Dachterrassen sind für uns ein Schwerpunkt, jede Terrasse wird einzeln betrachtet.
Wie die Anschlussmöglichkeiten im Einzelnen aussehen, zeigen die Seite Sonnenschirm-Befestigung und der Ratgeber Sonnenschirme auf Dachterrassen sicher befestigen. Die Schirmlösungen für Dachterrassen sammelt die Seite Sonnenschirm für Dachterrasse.
Sitzelemente als Basis
Eine Sitzbank kann die Basis eines Trichterschirms sein. Ein Betonständer bildet die Basis, eine passende Sitzauflage macht ihn zum Sitzplatz. Das passt dort, wo ohnehin eine Sitzgelegenheit mit Schatten gewünscht ist, im Stadtraum etwa, und bei temporären Aufstellungen. Mehr dazu auf der Seite Urbane Schattenmodule.
Wer berechnet die Befestigung?
Die Befestigung wird für den Standort geprüft und berechnet. IPOMEA erstellt keine Statik. Wir liefern Ihrem Tragwerksplaner alle Lastwerte und Unterlagen und stimmen uns mit ihm ab. Dazu gehören die Lasten des Schirms und die Lasten der gewählten Befestigung, damit Fundament, Dach oder Standrahmen passend ausgelegt werden können.
Für Sie heißt das: ein Ansprechpartner für den Schirm, ein Planer für das Tragwerk und abgestimmte Unterlagen.
Was Sie für die Befestigung bereithalten
Mit wenigen Angaben können wir die Befestigung einordnen und die passende Variante vorschlagen:
- Standort und ein Foto der Situation: Pflaster, Beton, Rasen, Terrassenbelag oder Dach
- Aufbau des Untergrunds, bei Dächern auch Dachaufbau und Abdichtung
- Schirmgröße und Anzahl der Schirme
- Gewünschte Nutzung: dauerhaft, saisonal oder temporär
- Vorhandene Anschlüsse für Wasser und Strom
- Name und Kontakt Ihres Tragwerksplaners, falls schon beteiligt
Wie hält ein Trichterschirm Wind?
Die aerodynamische Form des Trichters hilft. Dazu kommt die Befestigung, die wie bei jedem Großschirm für Ihren Standort geprüft und berechnet wird. Die Windgrenze legen wir für Ihr Projekt fest, denn Schirmgröße, Befestigung und Standort bestimmen sie gemeinsam.
Im Betrieb gilt: Bei Sturm wird der Schirm geschlossen. Ein Windsensor unterstützt dabei und sendet dem Motor das Schließsignal; den Schließzeitpunkt bestimmen Sie als Betreiber. Hintergründe stehen in den Ratgebern Sonnenschirm windfest und Windstabilen Sonnenschirm erkennen.
Trichterschirm im Winter und bei Schnee
Wer den Schirm ganzjährig draußen lassen möchte, wählt die Ganzjahres-Ausführung. Sie wird auf deutliche Schneelast nach Windzone und Schneezone berechnet und als Dauerkonstruktion ausgeführt, die Lastwerte für den Standort erhält Ihr Tragwerksplaner. Alle Ganzjahresschirme finden Sie unter Ganzjahresschirme.
Eine Dauerkonstruktion ist auch der fest verspannte Membran-Trichterschirm: Seine Membran steht dauerhaft gespannt. Wird der Schirm nur in der warmen Jahreshälfte genutzt, gelten die Hinweise zur Einlagerung im Ratgeber Sonnenschirm winterfest und im Lexikon unter Winterlagerung. Die Bodenhülse bleibt bodenbündig im Boden.
Fazit
Ein Trichterschirm steht sicher, wenn Befestigung, Standort und Betrieb zusammenpassen: Bodenhülse im Fundament, Flachdach-Ankersystem oder Sitzelement, berechnet für den Standort, mit Lastwerten für Ihren Tragwerksplaner. Die Trichterform hilft beim Wind, bei Sturm wird geschlossen, und die Ganzjahres-Ausführung ist auf Schneelast berechnet. Die Windgrenze legen wir für Ihr Projekt fest.



