Was sagt der UPF-Wert aus, und was nicht?
UPF steht für Ultraviolet Protection Factor, den Lichtschutzfaktor von Textilien. Er gibt an, um welchen Faktor das Gewebe die UV-Strahlung abschwächt. Ein Stoff mit UPF 40 lässt rechnerisch 1/40 der Strahlung durch, das sind 2,5 Prozent. Bei UPF 80 sind es 1/80, also 1,25 Prozent. Der Stoff mit UPF 80 lässt damit nur halb so viel Strahlung hindurch wie der mit UPF 40.
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) nennt für Sonnenschirme, Sonnensegel und Pavillons zwei Wege zu einem guten Stoff: ein dicht gewebtes Material, bei dem die Farbe keine große Rolle spielt, oder ein Stoff, der nach einem anerkannten Standard geprüft ist und einen UPF ausweist. Ein UPF von 80 ist nach dem BfS der höchste Wert, den das Hohenstein Institut nach dem UV Standard 801 für Textilien vergibt. Mehr als 80 gibt es in diesem Standard also nicht.
Der UPF beschreibt das Gewebe. Er sagt nichts über den Bereich neben dem Schirm, über die Fugen zwischen zwei Schirmdächern oder darüber, wie viel Strahlung von Boden und Wänden in den Schatten zurückkommt. Für die Planung eines Betriebs ist deshalb die Frage nach dem Stoff nur die erste von mehreren.
Welchen UPF haben die IPOMEA-Schirmstoffe?
Die Stoffkollektion umfasst 70 Farben und Designs in drei Stoffarten: 40 in Acryl, 16 in Polyester und 14 in PVC. Die Werte stammen aus unseren technischen Unterlagen (Stand 2026) und sind nach UV-Standard 801 geprüft. Bei Polyester und PVC liegt der UPF durchgängig bei 80. Beim Acryl hängt er von der Farbe ab.
Wer im Betrieb Acryl einsetzt, sollte die Farbe mit Blick auf den UPF wählen. Hellgrau, Natur und zwei genoppte Mischfarben erreichen UPF 60. Weiß, Elfenbein und zwei genoppte Weißmischungen liegen bei UPF 40. Alle übrigen Acrylfarben erreichen UPF 80.
| Stoffart | UPF | Hinweis zur Farbwahl |
|---|---|---|
| Acryl | 40 bis 80 | 80 für die meisten Farben, 60 für Hellgrau, Natur und zwei genoppte Mischfarben, 40 für Weiß, Elfenbein und zwei genoppte Weißmischungen |
| Polyester | 80 | bei allen Farben |
| PVC | 80 | bei allen Farben; je nach Größe nur bei kleineren Formaten |
Welchen UPF wählen Sie für welchen Einsatz?
Eine gesetzliche Mindestzahl für den UPF von Schirmstoffen nennt keine der Quellen, die wir für diesen Ratgeber geprüft haben. Maßgeblich ist die Aufenthaltsdauer der Menschen unter dem Schirm und deren Empfindlichkeit. Je länger und je empfindlicher, desto eher lohnt der höchste Wert.
Für Hotelterrassen und Restaurants gilt: Gäste sitzen oft über Stunden im selben Schatten, und helle Stoffe wie Weiß oder Elfenbein sind aus Gestaltungsgründen beliebt. Sie dürfen sie wählen, sollten aber wissen, dass diese Acrylfarben bei UPF 40 liegen. Wer dieselbe Optik mit UPF 80 sucht, findet sie bei den Polyesterstoffen. Bei Kitas, Schulen und Spielplätzen empfehlen wir grundsätzlich UPF 80, weil Kinderhaut empfindlicher reagiert als die von Erwachsenen.
Eine Sonderfrage ist die Bedruckung. Logos und Motive auf dem Schirmdach sind im Siebdruck oder im Digitaldruck möglich; der Digitaldruck geht nur auf weißem oder hellem Stoff und ist UV-empfindlicher. Welchen UPF ein bedrucktes Dach erreicht, geben die IPOMEA-Planungswerte nicht her. Fragen Sie den Wert bei bedruckten Schirmen deshalb gesondert an, statt den Wert des unbedruckten Stoffs zu übernehmen.
| Einsatz | Aufenthalt | Unsere Empfehlung |
|---|---|---|
| Restaurant, Café, Biergarten | ein bis mehrere Stunden | UPF 80 bevorzugen; bei hellen Acrylfarben (UPF 40 oder 60) die Gästedauer bedenken |
| Hotel, Pool, Liegefläche | mehrere Stunden, oft ohne Kopfbedeckung | UPF 80, Schatten über die ganze Liegefläche planen |
| Kita, Schule, Spielplatz | tägliche, wiederkehrende Aufenthalte von Kindern | UPF 80 und Schatten über Sandkasten und Wasserspiel |
| Wartebereich, Haltestelle, Platz | kurz bis mittel | UPF 80 reicht; Standsicherheit und Ausrichtung wichtiger als Farbe |
Warum ist Schatten nicht gleich Schutz? Größe, Ausrichtung, Reflexion
Das BfS beschreibt in seinen Praxistipps für Kitas und Schulen drei Punkte, die auch für Gastronomie und Gewerbe gelten. Erstens die Größe: Je größer der Durchmesser, desto mehr Personen und Fläche lassen sich beschatten, und in der Mitte des geworfenen Schattens ist die UV-Bestrahlungsstärke am stärksten reduziert. Zweitens die Ausrichtung: Der beste Schirm schützt nicht, wenn der Bereich darunter nach kurzer Zeit wieder in der Sonne liegt. Das BfS rät, ihn so auszurichten, dass die Sonne mittig durch den Schirm verdeckt wird, und den sonnigen Platz unter dem Schirm zu meiden, wenn sich die Position nicht nachführen lässt.
Drittens die Reflexion. Helle, glatte Flächen wie Asphalt, Beton, helle Steinplatten und sogar Sand werfen Hitze und UV-Strahlung zurück. Gras reflektiert dagegen kaum. Für eine Terrasse mit hellem Belag heißt das: Auch ein Schirm mit UPF 80 schirmt nur die Strahlung von oben ab. Was seitlich vom Boden zurückkommt, trifft die Gäste trotzdem. Das müssen Sie bei der Planung berücksichtigen.
Welche Planungsfehler kommen beim UV-Schutz häufig vor?
Diese Punkte werden bei der Planung leicht übersehen. Fragen Sie sie vor der Bestellung ab.
- Nur auf den Stoff schauen: Ein UPF-Wert ersetzt nicht die Frage, wo der Schatten um 12 und um 16 Uhr liegt.
- Den Schirm zu klein wählen: Der Schatten wandert, und am Rand liegen Plätze in der Sonne, während die Mitte frei bleibt.
- Die helle Farbe wählen, ohne den UPF zu prüfen: Bei Acryl macht die Farbe den Unterschied zwischen UPF 40 und 80.
- Den Boden vergessen: Heller Belag wirft Strahlung in den Schatten zurück, Seitenlicht kommt an den Rändern dazu.
- Den Schirm tagsüber nicht an den Sonnenstand anpassen: Wer Schirm oder Sitzordnung nicht nachführt, verschenkt Schutz.
- Fugen zwischen Schirmen übersehen: Bei Gruppen aus mehreren Dächern bleiben schmale Streifen offen.
Wie nutzen Betriebe den UV-Index?
Der UV-Index zeigt, wie intensiv die sonnenbrandwirksame UV-Strahlung ist. Das BfS empfiehlt, ab UV-Index 3 alle Sonnenschutzmaßnahmen anzuwenden und zwischen 11 und 15 Uhr möglichst im Schatten zu sein; ab UV-Index 8 sind sie ein Muss, und der Aufenthalt im Haus ist zu bevorzugen. Das BfS veröffentlicht die Tagesspitzenwerte täglich, im Sommerhalbjahr zusätzlich eine Dreitagesprognose.
Für Betreiber ist der Index ein Planungsinstrument. Er hilft zu entscheiden, wann der Schirm geöffnet sein sollte, wann Personal zusätzlichen Schutz braucht und ab wann der Außenbereich für lange Aufenthalte nur eingeschränkt taugt. Auch für das eigene Personal gilt das: Die Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge nennt Tätigkeiten im Freien mit intensiver Belastung durch natürliche UV-Strahlung von regelmäßig einer Stunde oder mehr je Tag. Ob Ihr Servicepersonal darunter fällt, prüfen Sie in der Gefährdungsbeurteilung.
Erhält Pflege die Schutzwirkung?
Wie Sie den Schirm richtig reinigen, steht in unserem Ratgeber zur Reinigung: weiche Bürste und Reiniger, Dampfstrahler nur mit engen Grenzen. Das erhält Optik und Gewebe. Zum Alterungsverhalten der UPF-Werte liegt uns kein Messwert vor, den wir nennen könnten. Ist der Stoff sichtbar ausgeblichen oder verwittert, prüfen Sie deshalb eine Neubespannung, statt auf den ursprünglichen Wert zu vertrauen. Ersatzbespannungen lassen sich für jedes Schirmdach liefern; der Wechsel erfolgt über Haken am Speichenende und gehört in die Hände geschulter Monteure.
Was gehört in Ausschreibung und Abnahme?
Mit diesen Punkten bekommen Sie einen belastbaren UV-Schutz und einen Nachweis dazu.
- UPF je gewählter Farbe und Stoffart schriftlich nennen lassen, mit Prüfstandard
- Aufenthaltsdauer und Personengruppe festlegen (Gäste, Kinder, Personal)
- Schattensimulation für die Zeit von 11 bis 15 Uhr verlangen
- Belag und Wandflächen auf Reflexion prüfen
- Größe und Teilung so wählen, dass der Sitzbereich in der Schattenmitte liegt
- Nachführung oder Umstellung im Betriebsablauf festlegen
Fazit
Wählen Sie Stoff und Farbe nach UPF und Einsatz, und prüfen Sie dann, wo der Schatten tatsächlich liegt. Der Schirm liefert den Teil des UV-Schutzes, den ein Gewebe leisten kann; Ausrichtung, Boden und Verhalten bestimmen den Rest. Für Kitas, Liegeflächen und lange Aufenthalte empfehlen wir UPF 80.


