Wer ist in der Kita für den Sonnenschutz verantwortlich?

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) stellt in ihrer Veröffentlichung „Sonnenschutz in der Kindertagesbetreuung“ (Stand 1. Juli 2026) klar: Die Verantwortung für Sicherheit und Gesundheit von Kindern und Beschäftigten trägt grundsätzlich der Träger der Einrichtung. Das Arbeitsschutzgesetz verpflichtet ihn in Verbindung mit der DGUV Vorschrift 1 zu einer Gefährdungsbeurteilung. Gefährdungen, die sich nicht vermeiden lassen, muss er durch Maßnahmen verringern. Schutz vor Hitze und UV-Strahlung gehört ausdrücklich dazu.

Für Leitung und Planer heißt das: Sonnenschutz gehört zu den Pflichten eines Trägers. Er sollte sich in der Dokumentation, in der Haushaltsplanung und in den Dienstanweisungen wiederfinden. Wer das Außengelände umbaut oder neu plant, nimmt den baulichen Schatten am besten gleich in die Ausschreibung auf, denn das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) rät genau dazu.

Warum müssen Kinder besonders geschützt werden?

Die DGUV beschreibt, dass die Regulation der Körpertemperatur bei Kindern noch nicht voll ausgebildet ist. Sie schwitzen weniger als Erwachsene, geben weniger Wärme ab und nehmen Hitzebelastung nicht so deutlich wahr. Deshalb suchen sie nicht von selbst den Schatten oder eine Trinkpause. Bei der UV-Strahlung kommt hinzu, dass die Hautstammzellen von Kindern näher an der Oberfläche liegen und schneller geschädigt werden können.

Das BfS nennt als Folge: Sonnenbrände im Kindesalter erhöhen das Hautkrebsrisiko um das Doppelte bis Dreifache. Der Schutz im Kindergarten ist also eine Frage der Gesundheit über das ganze Leben, nicht nur der Hitzetage. Die Informationsseite sichere-kita.de (Unfallkasse NRW) verlangt außerdem: Kinder unter zwei Jahren gehören immer in den Schatten, nie in die direkte Sonne, und dort in dünne, luftige Kleidung. Auch unter einem Schirm oder Segel sollte die pralle Sonne gemieden werden, weil die Kinder überhitzen können.

Was fordern die Fachstellen für den Außenbereich?

Die DGUV nennt Bäume als ideale Schattenspender. Wo keine Bäume stehen und Kinder sich häufig aufhalten, können Sonnensegel, Sonnenschirme oder Pavillons helfen, die zum Beispiel über dem Sandkasten montiert und im Boden fest verankert werden. Sichere-kita.de verlangt zusätzlich, dass Spielbereiche mit längerer Aufenthaltsdauer wie Sand- und Wassermatschflächen durch geeignete Maßnahmen verschattbar sein müssen.

Sonnenschutzsysteme müssen nach sichere-kita.de stand- und kippsicher aufgestellt werden. In der Planung muss der Sonnenverlauf berücksichtigt werden, und eine Schattensimulation ist empfehlenswert. Bei Sonnensegeln ist zu prüfen, ob sie die Windlasten aufnehmen können und welche Maßnahmen bei Sturmwarnung nötig sind; Auskunft gibt die Montage- und Bedienungsanleitung des jeweiligen Schirms. Auch die Ergonomie zählt: Wie schnell und einfach lassen sich die Systeme auf- und abbauen?

Als Nebeneffekt nennt die Seite, dass Segel, Schirme und Markisen auch gegen Regen schützen können. Aktivitäten lassen sich dann auch an Regentagen geschützt draußen durchführen.

Welche Flächen verschatten Sie zuerst?

Beginnen Sie bei den Plätzen, an denen Kinder lange sind und sich kaum bewegen. Das schützt am meisten. Die folgende Übersicht ordnet typische Flächen nach Dringlichkeit.

FlächeGrundÜbliche Mittel
Sandkasten, Matschbereichlange, bewegungsarme Aufenthalte; ausdrücklich verschattbar verlangtSchirm oder Segel, im Boden fest verankert
WasserspieleAbkühlung und Sonne zugleich; Sonnenschutz nach dem Planschen erneuernSchatten über der Spielfläche, Wasserspiele in schattigen Bereichen
Sitz- und Essbereichfeste Zeiten, hohe VerweildauerSchirm oder Segel mit ausreichender Durchgangshöhe
Rückzugs- und RuheplätzeMöglichkeit, dem Spiel in der Sonne auszuweichenBäume, Pavillon oder Schirm
Kletter- und Bewegungsflächengroße Fläche, mittel- bis langfristigÜberdachung, Begrünung, Planung mit Förderung

Schirm, Segel oder Pavillon: Wonach entscheiden Sie?

Das BfS führt in seinen Praxistipps vier Kriterien an, die Sie bei der Auswahl abfragen sollten. Die Größe entscheidet darüber, wie viele Kinder und wie viel Fläche gut beschattet sind; in der Mitte des Schattens ist die UV-Belastung am stärksten reduziert. Die Ausrichtung muss zum Sonnenstand passen, sonst liegt die Fläche nach kurzer Zeit wieder in der Sonne. Der Stoff soll dicht gewebt sein oder nach einem anerkannten Standard geprüft einen UV-Schutz-Faktor ausweisen. Und die Flexibilität zählt: Soll der Sandkasten nach einem Regenguss bald wieder nutzbar sein, sind einrollbare Segel oder verschiebbare Pavillons von Vorteil.

Für die Praxis einer Kita kommt die Bedienung hinzu. Wer täglich auf- und zumacht, braucht ein System, das sich mit wenig Aufwand und ohne Leiter bedienen lässt, und eine feste Person, die es im Alltag auch tatsächlich tut.

SystemVorteilZu beachten
Schirmschnell installiert, bei Bedarf schließbar, Mast stützt die FlächeMast im Spielbereich: Prallschutz prüfen; Wind und Befestigung klären
Sonnensegelgroße Fläche ohne Mast im Spielfeld, wenn Wandanschlüsse vorhanden sindWindlast und Befestigungspunkte nachweisen; Verhalten bei Sturm festlegen
Pavillonverschiebbar, wettergeschützt aufstellbarim Boden fest verankern, wie es die DGUV für Pavillons nennt

Wie sichern Sie Standsicherheit, Wind und Befestigung?

Auf einem Kita-Gelände steht ein Schirm in der Nähe spielender Kinder. Deshalb zählen Standsicherheit und Kippschutz mehr als beim Café. Eine fest eingebaute Bodenhülse im Fundament, eine Ankerplatte auf tragendem Untergrund oder ein ausreichend beschwerter Standrahmen kommen je nach Untergrund in Frage. Fahrbare Standrahmen sind windempfindlich und dürfen nicht bei Wind oder geöffnetem Schirm verfahren werden. Die Fundament- und Ballastwerte sind IPOMEA-Planungswerte für die jeweilige Ausführung; die Statik bleibt projektspezifisch.

Für den Betrieb gilt dasselbe wie bei jedem Großschirm: Wer schließt bei Wind, und wie ist das geregelt? Legen Sie es in der Dienstanweisung fest und nennen Sie eine Vertretung. Der Prallschutz aus PVC dämpft Stöße am Mast bis 85 cm Höhe; die kurze Version von 70 cm lässt sich mit Fallschutz kombinieren. Eine Normaussage machen wir dazu nicht. Für Spielplatzgeräte gilt die Normenreihe DIN EN 1176, unter anderem mit Fallräumen und Sicherheitsbereichen. Klären Sie deshalb die Anforderungen für Schirme im Spielbereich mit Ihrem Unfallversicherungsträger oder dem Prüfer des Spielbereichs.

Wie passt der Sonnenschutz in den Tagesablauf?

Schatten hilft nur, wenn die Spielzeiten zum Tagesverlauf passen. Das BfS empfiehlt, die Maßnahmen ab UV-Index 3 anzuwenden und zwischen 11 und 15 Uhr möglichst im Schatten zu sein; ab UV-Index 8 sollen Kinder in dieser Zeit eine Pause im Gebäude einlegen. Spielzeiten im Freien legen Sie am besten auf die Zeit vor 11 oder nach 15 Uhr. Sommerfeste gehören möglichst in den späten Nachmittag. Den Index veröffentlichen BfS und Deutscher Wetterdienst täglich; im Sommerhalbjahr gibt es eine Dreitagesprognose.

Der Schirm ersetzt Kleidung, Hut und Sonnenschutzmittel nicht. Das DGUV-Merkblatt führt eine Checkliste dafür auf, etwa Regeln zum Eincremen, wasserfestes Sonnenschutzmittel bei Wasserspielen, Trinkstationen und eine Notfallkiste mit Ersatzhüten. Auch die Beschäftigten sind betroffen: Wer regelmäßig eine Stunde oder mehr am Tag im Freien bei intensiver UV-Belastung arbeitet, muss vom Träger eine arbeitsmedizinische Angebotsvorsorge angeboten bekommen; sie ist kostenfrei und findet in der Arbeitszeit statt.

Welche Lösungen bietet IPOMEA für das Außengelände?

Für Kitas gibt es den Kindergartenschirm auf Basis des IPOMEA Classic, ausschließlich in Ø 5 m. Seine bunte Bespannung aus Segmenten in Zufallsreihenfolge sorgt dafür, dass kein Schirm dem anderen gleicht. Er wird in Acryl mit Volant geliefert, das Gestell in Reinweiß (RAL 9010) oder Weißaluminium (RAL 9006). Alternativ kommen größere Schirme oder Segel in Betracht, wenn die Fläche es erfordert.

Ein Rechenbeispiel zur Fläche: Ein Schirm mit Ø 5 m beschattet rund 18 m². Ein Sandkasten von 3 × 3 m (Annahme) hat eine Diagonale von etwa 4,2 m und passt damit unter das Dach. Weil der Schatten mit dem Sonnenstand wandert, brauchen Sie bei tiefer Sonne eine Reserve, sonst liegt ein Teil der Fläche wieder frei. Prüfen Sie das in einer Schattensimulation.

  • Sandkasten und Wasserspiele zuerst verschatten
  • Befestigung nach Untergrund wählen: Bodenhülse, Ankerplatte oder Standrahmen
  • Bedienung und Schließen bei Wind im Betriebsablauf festlegen
  • Förderung prüfen, bevor Sie beauftragen

Fazit

Beginnen Sie bei den Plätzen, an denen Kinder lange sind, und achten Sie auf Standsicherheit, Wind und Bedienung. Klären Sie die Verantwortung beim Träger, und planen Sie den Schatten passend zum Tagesablauf. So schützen Sie Kinder im Alltag und nicht nur am Hitzetag.