Warum fehlt der Sonnenschutz auf der Dachterrasse so oft?
Flachdächer sind heute Standard, vor allem in Innenstädten, und immer häufiger auch bei privaten Bauten. Damit werden Dachterrassen zu Flächen, die jeder Bau mitbringt. Beim Entwurf kommt der Sonnenschutz trotzdem häufig zu kurz: Das Dach ist fertig, die Brüstung steht, und erst im ersten Sommer zeigt sich, dass es oben keinen natürlichen Schatten gibt.
Dazu kommt ein Wandel in der Arbeitswelt. Wenn Teams aus dem Homeoffice ins Büro zurückkehren, wird der Außenbereich auf dem Dach zu einem Ort für Pause, Gespräch und Besprechung. Er steigert das Wohlbefinden, aber nur, wenn man dort gern sitzt. Dachterrassen für Bürogebäude, Firmensitze und Hotels sind deshalb ein Schwerpunkt von IPOMEA, im Neubau ebenso wie nachträglich.
Wie Schatten eine Bürodachterrasse nutzbar macht, beschreibt der Ratgeber Dachterrasse fürs Büro. Welche Lösungen es insgesamt gibt, vergleicht Sonnenschutz für die Dachterrasse. Hier geht es um die Entscheidung zwischen Segel und Schirm und um die Frage, wie beides auf dem Dach hält.
Welche Möglichkeiten für Schatten auf dem Dach gibt es?
Vier Wege kommen in Frage. Jeder hat Stärken, und auf dem Dach zählen vor allem Zeit, Genehmigung, Wind und der Aufbau unter dem Belag.
| Möglichkeit | Was für sie spricht | Was auf dem Dach dazukommt |
|---|---|---|
| Bäume | Natürlicher Schatten, angenehmes Klima | Sie brauchen Jahre bis zur Wirkung; die Wurzeln im Dachaufbau sind ein anspruchsvolles Thema |
| Feste Strukturen | Dauerhaft und wetterfest | Sie sind fest und brauchen eine Baugenehmigung |
| Sonnensegel | Große, freie Fläche mit leichter Optik | Windschlag, Masten und Anschlüsse an Dämmung und Fassade verlangen viel Abstimmung |
| Sonnenschirme | Modular, schließbar, in Zonen anordenbar | Standrahmen, Plattenständer oder Konsole passen sich dem Dachaufbau an |
Warum sind Sonnensegel auf Dachterrassen anspruchsvoll?
Ein Segel überzeugt mit seiner Fläche, aber auf dem Dach trifft es den Wind ohne Hindernisse. Ein Segel, das nicht straff verspannt ist und mit etwas Spiel im Wind arbeitet, schlägt hin und her wie eine Fahne. Diese wiederholte Bewegung ermüdet Gewebe und Beschläge. Ein sauber gespanntes Segel ist deshalb die Voraussetzung, und wie das gelingt, zeigt der Ratgeber Sonnensegel befestigen.
Der Kern ist die Befestigung, vor allem die Masten. Im Idealfall sind sie über ein Fundament fest eingespannt. Aus unserer Erfahrung gelingt es mit leicht geneigten, gelenkig gelagerten und abgespannten Masten besser, die Kräfte klein zu halten und die Masten schlank auszuführen. Das verlangt aber Platz für die Abspannung, und genau der fehlt auf vielen Dachterrassen.
Besonders deutlich wird das bei schmalen, rechteckigen Terrassen von 2 bis 3 m Breite, wie sie bei Terrassenhäusern mit mehreren Dachterrassen übereinander üblich sind. Dazu kommen Dämmung und Fassadenanschlüsse: Wer in die Baustruktur befestigt, greift in den Aufbau des Gebäudes ein. Bei gemieteten Flächen ist das ein zusätzlicher Abstimmungsaufwand mit dem Eigentümer.
Wo eine große, freie Fläche mit passender Struktur zur Verfügung steht, bleibt das Segel eine gute Wahl. Den Unterschied zwischen fest verspanntem Segel und aufrollbarem Segel erklärt unser Lexikon.
Warum passen Sonnenschirme so gut auf die Dachterrasse?
Schirme sind modular. IPOMEA bietet über 100 Größen, rund, quadratisch und rechteckig, vom kleinen Mittelmastschirm bis zur großen Anlage. Eine Terrasse lässt sich mit einem Raster in Zonen einteilen: eine Zone für die Lounge, eine für den Tisch, eine für die Bar. Jede Zone bekommt genau den Schatten, den sie braucht, und die Fläche bleibt flexibel nutzbar.
Auch schmale Terrassen funktionieren. Rechteckige Classic-Größen beginnen bei 2,0 × 3,0 m, sodass sich auch Streifen von 2 bis 3 m Breite überspannen lassen. Mehrere Schirme in einer Reihe ergeben dort einen durchgehenden Schattenstreifen.
Beim Wind helfen die Bauweise und die Bedienung. Eine Classic Pro Ausführung mit Ø 5 m wurde im Windkanal bis 120 km/h getestet; der Wert gilt für diesen Prüfaufbau, die Grundlagen stehen auf der Seite Windfeste Sonnenschirme. Ein Schirm lässt sich schließen und entlastet damit die Konstruktion. Ein Windsensor sendet dem Rohrmotor das Schließsignal und unterstützt so den Betrieb.
Bedienen kann ihn jeder. Der Classic Pro lässt sich per Handkurbel, per Akkuschrauber über den mitgelieferten 6-Kant-Einsatz oder mit Rohrmotor öffnen und schließen. Das gilt auf einer Büro- oder Hoteldachterrasse, wo viele Menschen den Schirm bedienen, als großer Vorteil. Mehr dazu im Ratgeber Kurbel oder Motor und auf der Seite Sonnenschirm für Dachterrasse.
Wie wird ein Schirm auf der Dachterrasse befestigt?
Welche Befestigung passt, hängt davon ab, ob die Terrasse neu entsteht oder schon steht, und wie das Dach aufgebaut ist. Die Übersicht zeigt die Wege, die auf dem Dach in Frage kommen.
| Befestigung | Passt besonders bei | Was dazugehört |
|---|---|---|
| Standrahmen oder Plattenständer mit Ballast | Bestehenden Terrassen, Mietflächen, Lösungen ohne Eingriff in die Dachfläche | Oberirdischer Rahmen, beschwert mit Betonplatten; der Mindestballast ist ein IPOMEA-Planungswert je Größe |
| Konsole auf der Betondecke | Neubau, Sanierung und Terrassen mit Zugang zur Betonstruktur | Dachkonsole mit thermischer Trennung (IPOMEA Thermostop), mit dem Dachdecker abgestimmt |
| Flachdach-Ankerplatte | Dächern mit Abdichtung, die ein Dachdecker anschließt | Ankerplatte, in den Dachaufbau eingebunden |
Was leisten Standrahmen und Plattenständer?
Ein Standrahmen steht auf der Dachfläche und wird mit Betonplatten beschwert. Der Standrahmen für den Classic Pro misst 112 × 112 cm, ist 46 cm hoch und wiegt rund 60 kg. Er nimmt handelsübliche Betonplatten in 50 × 50 × 5 cm auf. Das ist die ruhigste Lösung, wenn die Dachstruktur unberührt bleiben soll. Alle Einzelheiten stehen auf der Seite Plattenständer für Sonnenschirme.
Wie viel Ballast zum Einsatz kommt, richtet sich nach Größe und Ausführung. Als IPOMEA-Planungswert reicht der Mindestballast beim Classic Pro von vier Lagen (rund 464 kg) bis zu 16 Lagen (rund 1.856 kg). Eine Lage wiegt rund 116 kg. Diese Angaben gelten je Ausführung und ersetzen keine Statik. Die Dachlast rechnet Ihr Tragwerksplaner, dem wir alle Lastwerte und Unterlagen liefern und mit dem wir uns abstimmen.
Wer den Standrahmen nicht als Block auf dem Belag haben möchte, gestaltet ihn als Sitzgelegenheit mit Bank oder Gabionen. So wird aus dem Ballast ein Möbel. Mehr zu allen Wegen zeigt die Übersicht Sonnenschirm befestigen, die Begriffe erklären Standrahmen und Ballast im Lexikon.
Wann ist eine Konsole mit thermischer Trennung die bessere Wahl?
Bei Neubau oder Sanierung der Dachterrasse sitzt der Schirm dauerhaft auf einer Konsole, die an die Betondecke geschraubt wird. Eine Konsole ohne thermische Trennung wäre eine punktuelle Kältebrücke. Dafür hat IPOMEA den Thermostop entwickelt, die thermische Trennung für Dachkonsolen nach heutigen Anforderungen.
Warum das wichtig ist und wie sich die Trennung in den Dachaufbau einfügt, beschreibt der eigene Ratgeber Thermische Trennung bei Dachkonsolen: IPOMEA Thermostop. Das Stichwort im Lexikon lautet thermische Trennung.
Was ist mit Gefälle und besonderen Dächern?
Dachterrassen haben fast immer ein Gefälle. IPOMEA nimmt Einbautoleranzen und Gefälle bis zu einem gewissen Maß auf, damit der Schirm sauber und lotrecht steht. Für jedes Dach gibt es Speziallösungen, abgestimmt auf Ihre Terrasse.
Die Vorbereitung ist einfach: Schicken Sie uns Grundriss, Dachaufbau und Wunschgröße. Wir nennen die passende Befestigung, liefern Ihrem Tragwerksplaner alle Lastwerte und stimmen uns mit ihm ab. Der Ratgeber Sonnenschirme auf Dachterrassen sicher befestigen geht auf Dachaufbau, Abdichtung und Beteiligte im Detail ein.
Welche Lösung passt zu Ihrer Dachterrasse?
Diese Fragen führen schnell zur passenden Lösung.
- Breite unter 3 m oder nur Streifen: Schirme in Reihe, rechteckige Größen
- Große, offene Fläche mit Nutzungszonen: Schirme im Raster, ergänzt um Seitenwände oder Licht
- Terrasse besteht schon, Dachaufbau bleibt unberührt: Standrahmen oder Plattenständer mit Ballast
- Neubau oder Sanierung mit Zugang zur Betondecke: Konsole mit IPOMEA Thermostop
- Viele Menschen bedienen den Schatten: Kurbel, Akkuschrauber oder Motor mit Windsensor
Fazit
Auf der Dachterrasse überzeugt der Schirm, weil er sich dem Dach anpasst und nicht umgekehrt. Er steht in Zonen, lässt sich bei Wind schließen, passt auf schmale Flächen und lässt sich mit Standrahmen, Plattenständer oder Konsole befestigen. Mit Grundriss und Dachaufbau empfehlen wir Ihnen die Befestigung und stimmen uns mit Ihrem Tragwerksplaner ab. Sie können die Schirme außerdem im 3D-Konfigurator zusammenstellen, und eine Beratung vereinbaren Sie jederzeit.


