Was bedeutet Legionellen-Prophylaxe?

Legionellen sind Bakterien, die im Wasser vorkommen. Gefährlich werden sie, wenn sie sich in Wasseranlagen stark vermehren und als feiner Nebel in die Lunge gelangen; sie können die Legionärskrankheit auslösen, eine schwere Lungenentzündung. Das Robert Koch-Institut beschreibt die Aufnahme legionellenhaltiger Wassernebel über die Luft als typischen Infektionsweg.

Warum betrifft das Nebelkühlung?

Begünstigt wird die Vermehrung durch lauwarmes Wasser, grob im Bereich von 25 bis 45 °C, durch stehendes Wasser und durch Ablagerungen. Eine Nebelanlage erzeugt genau die Aerosole, die dabei zum Risiko werden. Ob die Verordnung über Verdunstungskühlanlagen (42. BImSchV) für ein konkretes System gilt, klären Sie im Einzelfall mit der zuständigen Behörde.

Welche Maßnahmen gehören in den Betrieb?

Die Grundsätze der Trinkwasserhygiene lassen sich auf Nebelanlagen übertragen. Speisen Sie das System mit Trinkwasser, halten Sie kaltes Wasser kühl und vermeiden Sie Stagnation, indem Sie die Leitungen regelmäßig und nach längerem Stillstand spülen. Entleeren Sie das System vor dem Winter, reinigen oder tauschen Sie Düsen und Filter nach unserer Vorgabe und sichern Sie den Anschluss mit einer Rückflusssicherung, damit kein Wasser ins Trinkwassernetz zurückfließt. Wartung und Spülung gehören in ein Betriebsbuch.

IPOMEA plant Nebelkühlung mit einem projektspezifischen Wasser-, Spül-, Wartungs- und Hygienekonzept. Absolute Zusagen wie keimfrei oder legionellensicher gibt es nicht.

Wer trägt die Verantwortung?

Der Betreiber trägt die Verantwortung. Er sollte eine Gefährdungsbeurteilung erstellen oder anfordern und Wasserproben nach den Vorgaben der Behörde untersuchen lassen. Hinweise zu Verfahren und Prüfwerten geben das Umweltbundesamt und die VDI-Richtlinie 2047 Blatt 2. Dieser Eintrag ist eine Orientierung, keine Rechtsberatung. Fragen Sie vor der Inbetriebnahme das Gesundheitsamt oder die Umweltbehörde, welche Anforderungen für Ihr System gelten.

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