Was sind Hoch- und Tiefpunkte?
Hoch- und Tiefpunkte sind die Anschlusspunkte eines Segels, die in unterschiedlicher Höhe liegen und das Tuch dadurch verwinden. Wird ein Viereck an vier Punkten befestigt, von denen zwei gegenüberliegende hoch und die beiden anderen tief liegen, nimmt die Fläche eine Sattelform an. Fachleute nennen das gegensinnige Krümmung oder hyperbolisches Paraboloid. Unter Vorspannung wird diese Form steif.
Warum braucht ein Segel unterschiedliche Höhen?
Ein ebenes, nur an den Rändern gehaltenes Tuch flattert im Wind und lässt Wasser stehen. Die Sattelform dagegen widersteht Wind und Wasser, weil das Tuch in beiden Richtungen unter Zug steht. Der Tiefpunkt ist deshalb mehr als eine bequeme Befestigung, er gehört zur Tragwirkung.
Gleich hohe Eckpunkte führen dagegen zum Durchhängen und zu Wassersäcken. Der nötige Höhenunterschied und das Gefälle sind projektspezifisch zu planen; das Wasser soll zu einer Ecke ablaufen, die frei und tragfähig ist.
Was bedeutet das für Befestigung und Betrieb?
Jeder Eckpunkt nimmt hohe Zugkräfte auf. Hochpunkte liegen meist an Masten oder Fassaden, Tiefpunkte an Pfosten, Fundamenten oder Bodenankern. Die Anschlüsse müssen diese Kräfte sicher aufnehmen, im Mauerwerk oder Dachaufbau ist das gesondert nachzuweisen, siehe Statik.
Die Vorspannung lässt mit der Zeit nach, weil sich das Gewebe längt. Nachspannen gehört daher zur Wartung. Bei Schnee und Starkwind sind feste Segel zu entlasten oder abzunehmen. Wie Sie ein Segel am Gebäude sicher befestigen, beschreibt der Ratgeber zum Befestigen von Sonnensegeln.
