Warum gibt es kein Mindestgewicht für alle Schirme?
Ein Ständer hält den Schirm durch sein Gewicht, nicht durch Verankerung. Er muss verhindern, dass der Schirm kippt und dass er rutscht. Wie schwer er dafür sein muss, ergibt sich aus Windlast, Hebelarm und Standort. Ein größerer Schirm, ein höherer Mast oder eine exponierte Lage verlangen mehr Gewicht. Deshalb nennen wir Planungswerte, die ausdrücklich keine Statik sind: Standort, Baugrund, Exposition und Nutzung sind projektbezogen zu prüfen.
Für den Schirm bei Wind gilt außerdem: Das Gewicht des Ständers ist kein Windnachweis. Windwerte hängen an der kompletten Konfiguration aus Schirm, Größe und Befestigung. Wer in einem Angebot ein Ständergewicht liest, sollte also immer fragen, für welche Schirmgröße, welche Aufstellung und welchen Wind es gilt. Mehr dazu im Ratgeber zur Windfestigkeit.
Ein häufiger Planungsfehler ist der Umkehrschluss: Weil ein Ständer sehr schwer ist, gilt der Schirm als sturmsicher. Das Gewicht verhindert Kippen und Gleiten, es sagt aber nichts über Mast, Speichen und Bespannung. Auch mit schwerem Ständer bleibt der Schirm bei Sturmwarnung geschlossen.
Welche Ständertypen gibt es, und was wiegen sie?
Die Angaben stammen aus unseren technischen Unterlagen (Stand 2026) und gelten für die jeweils genannte Ausführung. Für Ihren Standort sind sie keine Zusage.
| Ständer | Maße und Gewicht | Bemerkung |
|---|---|---|
| Standrahmen Classic Eco | 84 × 91 cm, Höhe 33 cm, ca. 23 kg | trägt einen Satz Betonplatten 40 × 40 × 5 cm (ca. 72 kg) |
| Standrahmen Classic | 103 × 111 cm, Rahmen ca. 28 bis 32 kg | trägt einen Satz Betonplatten 50 × 50 × 5 cm (ca. 120 kg), bei 103 × 103 cm zwei bis drei Sätze |
| Standrahmen Classic Pro | 112 × 112 cm, Höhe 46 cm, ca. 60 kg | Betonplatten 50 × 50 × 5 cm oder Stahlplatten |
| Standplatte Classic | 147 × 147 cm, 12 mm Stahl (bis 21 m²) ca. 213 kg, 15 mm Stahl (ab 21 m²) ca. 263 kg | zweilagig ca. 364 kg; vor Ort zusammengeschraubt |
| Standplatte Classic Pro | 147 × 147 cm, 15 mm Stahl, ein- bis vierlagig 277 / 526 / 775 / 1.024 kg | abschließbar; vor Ort zusammengeschraubt |
| Betonständer Classic und Classic Pro | 110 × 110 cm, 995 kg; für Classic Pro zusätzlich 125 × 125 cm, 1.740 kg | Mast steht auf der Betonoberfläche, alle Höhenmaße steigen |
Rechenbeispiel: Wie schwer ist ein Standrahmen mit Ballast?
Beim Standrahmen zählt das Gewicht von Rahmen und Ballast zusammen. Ein Rechenbeispiel mit diesen Werten: Ein Classic Eco steht auf einem Rahmen mit ca. 23 kg. Ein Satz Betonplatten wiegt ca. 72 kg. Zusammen sind das etwa 95 kg. Beim Classic liegt der Rahmen bei ca. 28 bis 32 kg; als Mindestballast nennen wir zwei Lagen mit ca. 240 kg, ab den Größen 5,0 m beziehungsweise 5,5 m drei Lagen mit ca. 360 kg. Das ergibt etwa 268 bis 272 kg beziehungsweise 388 bis 392 kg.
Beim Classic Pro wiegt der Rahmen ca. 60 kg, eine Lage Platten ca. 116 kg. Vier Lagen ergeben 464 kg, zusammen mit dem Rahmen rund 524 kg. Das Rechenbeispiel zeigt die Größenordnung und keine zulässige Konfiguration. Welcher Rahmen mit wie vielen Lagen für Ihren Schirm freigegeben ist und welche Reserve Ihr Standort verlangt, bestätigen wir und die Statik.
Was treibt das nötige Gewicht nach oben?
Mehrere Faktoren verlangen mehr Gewicht, als die Mindestangabe vorsieht. Steht der Schirm im Aufwind, am Hang oder in einer Windschneise, ist der Ballast laut unseren Unterlagen zu erhöhen. Seitenbehänge und eine Mastverlängerung vergrößern Angriffsfläche und Hebel, und ein glatter Belag verringert die Reibung, auf der ein Ständer gleitet. Für Standplatten gibt es eine Antirutschmatte mit 73 × 73 cm.
- Exponierte Lage: Dach, Gebäudeecke, Hang, Windschneise
- Größere Fläche oder zusätzlicher Seitenbehang
- Mastverlängerung und damit höherer Hebel
- Glatter oder geneigter Belag, Gefälle in der Fläche
- Dauerhafter Betrieb ohne tägliches Schließen
Welche Höhe und welches Schließmaß haben Betonplatten als Ballast?
Mit Betonplatten als Ballast kann ein großer Classic Pro wegen der Speichenlänge nicht komplett schließen; der Mast muss dann zum Beispiel um 20 cm verlängert werden. Ähnliches gilt für alle Höhenangaben in den technischen Unterlagen: Sie gelten für die Aufstellung in einer Ankerhülse, andere Befestigungen verschieben die Maße. Beim Standrahmen kommen 5,5 bis 24,5 cm hinzu, beim Betonständer 46 bis 52,5 cm.
Das hat Folgen für die Planung der Durchgangshöhe. Wo Gäste oder Personal unter dem geöffneten Schirm gehen, kann der Zuwachs den Unterschied zwischen einem bequemen und einem zu niedrigen Dach ausmachen. Prüfen Sie die Maße darum mit der Ständerart, nicht nur mit dem Schirm.
Wann ist ein mobiler Ständer die falsche Wahl?
Fahrbare Standrahmen und Fahrständer sind windempfindlich. Sie dürfen nicht bei Wind oder mit geöffnetem Schirm verfahren werden und nicht auf Gefälle. Die Rollen tragen laut Unterlagen 110 kg je Rad; Betriebsgrenzen nennen die Unterlagen nicht.
Wer den Schirm dauerhaft aufstellt, ist mit einer Bodenhülse oder Ankerplatte meist besser bedient: Das Gewicht des Ständers entfällt, der Schirm sitzt fest im Untergrund. Zu bedenken ist auch das Handling: Eine Standplatte wird vor Ort zusammengeschraubt, ihr schwerstes Einzelteil wiegt bis 63 kg. Ein Betonständer wird mit dem Gabelstapler geliefert.
- Fahrbare Lösungen nur für kleine Schirme und windgeschützte Lagen vorsehen
- Bei Wind schließen, nicht verfahren
- Auf Dächern Dachstatik prüfen, Ballast ist Last
- Diebstahlsicherung bedenken: bei Classic Pro serienmäßig, bei anderen nachrüstbar
Trägt der Untergrund das Gewicht?
Jedes Kilogramm Ballast belastet den Untergrund. Auf einer Tiefgaragendecke oder einem Dach ist die zulässige Zusatzlast begrenzt, und die Fläche muss die Gewichte flächig aufnehmen. Ein Betonständer mit 995 kg oder 1.740 kg ist eine Punktlast, die ein Tragwerksplaner prüfen muss. Auch Pflaster und Platten brauchen eine Tragschicht, die das Gewicht ohne Setzung hält.
Entscheiden Sie in solchen Fällen früh, ob ein Ständer die richtige Lösung ist. Kann der Untergrund das Gewicht nicht tragen, bleibt eine Ankerplatte auf tragendem Beton oder eine Lösung ohne Ständer.
Wie kontrollieren Sie den Ständer im Betrieb?
Ein Ständer ist nur so sicher, wie er aufgebaut ist. Prüfen Sie nach dem Aufbau, ob alle vorgesehenen Betonplatten liegen, ob der Rahmen eben steht und ob die Auflagefläche nicht nachgibt. In Betrieben mit häufigem Umstellen von Möbeln und Schirmen kommt es vor, dass Platten für andere Zwecke entnommen oder nicht wieder eingelegt werden. Das fällt erst bei Wind auf.
Legen Sie deshalb fest, wer Auf- und Abbau macht und wer die Vollständigkeit des Ballasts kontrolliert. Eine einfache Sichtkontrolle zu Saisonbeginn und eine kurze Prüfung nach jedem Umstellen genügen meist. Dokumentieren Sie Standort und Zahl der Platten je Schirm, damit sich der Zustand jederzeit nachvollziehen lässt, auch wenn das Personal wechselt.
Wie kommen Sie zum richtigen Gewicht?
Nennen Sie uns Schirmgröße, Standort, Untergrund und Wunschzubehör. Wir prüfen mit Ihnen, ob ein Ständer genügt, und bestätigen das Gewicht für Ihren Standort mit der Statik. Wenn Sie wenig Platz oder keine Tragfähigkeit haben, schlagen wir Alternativen ohne Ständer vor. Wo Sitzgelegenheiten fehlen, kann der Standrahmen mit Gabionen oder Sitzwürfeln auch als Sitz dienen; Füllung und Kippsicherheit sind dann projektbezogen zu prüfen.
Fazit
Ein Ständergewicht ist eine Planungsgröße, kein Versprechen. Rechnen Sie Rahmen und Ballast zusammen, prüfen Sie Höhen und Untergrund, und lassen Sie das Gewicht für Schirm, Standort und Wind bestätigen.


