Was ist eine Bodenhülse, und warum ist sie zweiteilig?
Eine Bodenhülse, auch Ankerhülse genannt, wird in ein Betonfundament einbetoniert und nimmt später den Mast des Schirms auf. Sie besteht aus einem Unterteil im Beton und einem Oberteil an der Oberfläche. Das Oberteil lässt sich abschrauben, sodass Sie den Belag neu verlegen oder den Schirm außerhalb der Saison entfernen können. Varianten mit Klappscharnier kippen den Schirm zur Seite, wenn Sie ihn etwa zum Reinigen oder Überwintern ablegen wollen.
Für den Ausgleich unterschiedlicher Belagshöhen gibt es Hülsen-Oberteile mit Überlänge von 10, 20, 30 oder 40 Zentimetern. Auf Wunsch ist die Hülse in Edelstahl V4A erhältlich. Eine Hülse mit Steckoberteil im Bajonettsystem erlaubt täglichen Auf- und Abbau ohne Werkzeug.
Welche Fundamentmaße nennen wir?
Wir nennen für IPOMEA Classic Eco, Classic und Classic Pro Planungswerte für Fundament und Ballast. Sie sind keine Statik: Standort, Baugrund und Exposition sind projektspezifisch zu prüfen. Planen Sie deshalb mit dem Angebot und lassen Sie die Werte für Ihren Standort bestätigen.
| Schirm | Fundament (Länge × Breite × Tiefe) laut unseren technischen Unterlagen (Stand 2026) | Bemerkung |
|---|---|---|
| IPOMEA Classic Eco | 50 × 50 × 60 cm | Mindestballast eine Lage Betonplatten, ca. 72 kg |
| IPOMEA Classic | 40 × 40 × 60 bis 100 × 100 × 60 cm je nach Größe | Mindestballast zwei Lagen (ca. 240 kg), ab 5,0 m beziehungsweise 5,5 m drei Lagen (ca. 360 kg) |
| IPOMEA Classic Pro | 60 × 60 × 60 bis 135 × 135 × 60 cm je nach Größe | Mindestballast vier Lagen (ca. 464 kg) bis 16 Lagen (ca. 1.856 kg) |
Wie tief, wie fest und wie entwässert wird das Fundament?
Für den Classic nennen wir ein Fundament von mindestens 60 cm Tiefe, frostsicher gegründet. Das Hülsen-Unterteil muss mindestens 175 mm im Beton sitzen, ein Betondom zählt nicht mit. Unter dem Fundament liegt eine Sickerlage aus Rundkies (Körnung 16 bis 32 mm); am Hülsen-Unterteil sind Aussparung, Drainagerohr oder die optionale Drainageeinheit vorzusehen, damit kein Wasser in der Hülse steht.
Für die Fundamente 60 × 60 und 80 × 80 cm beim Classic geben wir eine zulässige Bodenpressung von 200 kN/m² an, die ein Bodengutachter bestätigen muss, und die Betongüte C25/30, bei Tausalz C30/37. Die Hülse wird senkrecht einbetoniert. Unter Pflaster oder Belag gibt ein Betondom bis unter die Flanschplatte zusätzlichen Halt: Je größer der Dom, desto weniger schaukelt der Schirm im Wind. Das Unterteil sitzt 4 mm unter der Oberfläche, damit die Winterabdeckung bündig schließt. Das sind IPOMEA-Planungswerte für den Classic; sie ersetzen keine Statik.
Wie viel Beton braucht ein Fundament?
Für die Bestellung des Betons brauchen Sie das Volumen. Ein Rechenbeispiel aus den IPOMEA-Maßen: Ein Fundament 50 × 50 × 60 cm für Classic Eco hat 0,5 m × 0,5 m × 0,6 m = 0,15 m³. Beim Classic reicht die Spanne von 40 × 40 × 60 cm (0,096 m³) bis 100 × 100 × 60 cm (0,6 m³). Beim Classic Pro liegen die Werte zwischen 60 × 60 × 60 cm (0,216 m³) und 135 × 135 × 60 cm (rund 1,09 m³).
Die Zahlen zeigen, wie stark die Schirmgröße das Fundament bestimmt. Sie sind reine Geometrie und kein Nachweis. Welche Betongüte, Bewehrung und Gründungstiefe Ihr Standort verlangt, legt die Statik fest, und die Bauleitung bestätigt vor Ort, dass der Boden trägt.
In welchen Schritten wird eine Bodenhülse gesetzt?
Viele Fehler entstehen schon vor dem Betonieren. Eine Hülse sitzt nach dem Aushärten fest, eine falsche Lage ist nur mit Stemmarbeit zu beheben. Deshalb folgt der Ablauf einer festen Reihenfolge.
- Standort abstecken, Raster und Abstände zu Gebäuden, Wegen und Nachbarschirmen prüfen
- Leitungen im Boden klären, bevor jemand gräbt
- Fundamentgrube nach Planungswerten und Statik ausheben
- Hülse mit Leerrohr für Strom einsetzen und mit Wasserwaage ausrichten
- Höhe auf den fertigen Belag abstimmen, bei Bedarf Überlänge wählen
- Beton einbringen und Lage der Hülse während des Einbringens kontrollieren
- Aushärtezeit nach Angabe von Betonwerk und Statiker abwarten
- Belag verlegen, Oberteil aufschrauben, Schirm einsetzen und Funktion prüfen
Was klären Sie vor dem Betonieren?
Diese Fragen sollten beantwortet sein, bevor der Betonwagen kommt. Sie entscheiden, ob die Hülse später stört oder unauffällig bleibt.
- Leitungen im Boden: Strom, Wasser, Gas und Kabel müssen vor dem Aushub geprüft sein
- Höhe des fertigen Belags, damit das Oberteil bündig abschließt; bei Bedarf Überlänge wählen
- Lage und Abstand zu Nachbarschirmen, Gebäuden und Wegen; bei mehreren Schirmen Raster prüfen
- Strom für Licht, Heizung oder Motor: Zuleitung unterirdisch durch Hülse und Mast, Installation nur durch Elektrofachkraft
- Entwässerung: Wasser darf nicht in der Hülse stehen; eine Drainageeinheit aus Kunststoff ist optional lieferbar
- Frostsichere Gründung und Tragfähigkeit des Bodens durch Bauleitung oder Statiker bestätigen
Lässt sich ein bestehendes Fundament weiterverwenden?
Gibt es bereits ein Fundament, etwa von einem früheren Schirm, kann eine Ankerhülse für Bestandsfundamente in eine Bohrung ab Ø 71 mm mit Vergussbeton oder Epoxidharz eingesetzt werden. Voraussetzung ist, dass das vorhandene Fundament für die neue Schirmgröße dimensioniert ist. Das prüfen Sie am besten vor der Bestellung mit uns.
Bei einem Wechsel auf einen größeren Schirm ist das Altfundament häufig zu klein. Ein Vergleich der vorhandenen Maße mit dem Planungswert für die neue Größe zeigt schnell, ob es weiterverwendet werden kann.
Was ist die Alternative, wenn kein Beton möglich ist?
Auf Terrassen mit Tiefgarage, auf Dächern oder bei denkmalgeschütztem Pflaster scheidet ein Betonfundament oft aus. Dann kommen Ankerplatten auf tragendem Beton, Standrahmen mit Ballast oder Bodenschraubanker in Betracht. Bodenschraubanker gründen den Schirm ohne Betonfundament, sind eindrehbar bis Bodenklasse 4 mit Standardmaschine und werden von einer Fachfirma eingedreht. Sie sind für Bodenklassen 3 bis 7 und Windstärke 4 berechnet, das ist kein Sturmnachweis.
Welche Fehler lassen sich beim Fundament vermeiden?
Ein typischer Fehler ist ein zu knapp gewähltes Fundament, wenn der Schirm später größer ausfallen soll als zunächst geplant. Ein zweiter ist fehlende Elektrik, wenn Licht oder Motor erst nach dem Betonieren dazukommen. Sinnvoll ist ein Leerrohr, auch wenn Sie es heute nicht brauchen. Ein dritter ist eine falsche Höhe: Sitzt die Hülse zu tief, staut sich Wasser; sitzt sie zu hoch, stört das Oberteil den Belag und den Fußgängerverkehr.
Fazit
Planen Sie das Fundament mit dem größten Schirm, den Sie sich in diesem Standort vorstellen können, und legen Sie Leerrohr und Höhen vorher fest. Dann bleibt die Bodenhülse über viele Saisons unauffällig.


