Was ist eine Klimainsel?
Mittags in der Fußgängerzone: Das Pflaster ist aufgeheizt, die nächste Bank steht in der prallen Sonne, und die neu gepflanzten Bäume werfen erst in einigen Jahren Schatten. Eine Klimainsel schließt diese Lücke sofort. Der Begriff ist nicht genormt, und Kommunen verwenden ihn unterschiedlich, vom begrünten Aufenthaltsort mit Bäumen und Sickermulde bis zum befristeten Aufbau im Sommer.
Gemeinsam ist allen Varianten der Zweck: Menschen sollen sich an heißen Tagen draußen aufhalten können, ohne der Sonne und dem aufgeheizten Belag ausgesetzt zu sein. Bäume leisten das auf Dauer, aber erst nach Jahren. Die Handlungsempfehlungen von Bund und Ländern für Hitzeaktionspläne zählen stadtplanerische Maßnahmen deshalb zu den Aktivitäten, die erst längerfristig wirken. Eine gebaute Klimainsel spendet Schatten ab dem Tag des Aufbaus und kann neben jungen Bäumen stehen, bis deren Krone trägt.
Warum heizen sich Plätze in der Stadt so stark auf?
Der Deutsche Wetterdienst beschreibt, dass große Städte bis zu 10 Kelvin wärmer sein können als ihr Umland, nachts am stärksten. Als Ursachen nennt er die dichte Bebauung, Baustoffe, die Wärme speichern, und Oberflächen, die Strahlung aufnehmen. Vor allem fehlen Vegetation und offener Boden, an ihrer Stelle liegen versiegelte Flächen.
Auf einem Platz ohne Bäume spüren Menschen die Hitze vor allem durch die direkte Sonne und den aufgeheizten Boden. Hitze trifft besonders ältere Menschen, Menschen mit Vorerkrankungen sowie Säuglinge und Kleinkinder. Für sie ist ein schattiger Sitzplatz auf dem Weg zum Einkauf, zur Haltestelle oder zum Arzt eine echte Entlastung.
Woraus besteht eine Klimainsel?
Die IPOMEA Klimainsel baut auf einem Tragwerk für den dauerhaften Einsatz im öffentlichen Raum auf. Je nach Standort und Projekt kommen diese Bausteine dazu:
- ein Dach aus Membranflächen
- seitliche Lamellen aus Holz gegen tief stehende Sonne, mit natürlicher Belüftung
- Sitzbänke und Aufenthaltsmöbel, direkt in das Modul eingebaut
- Pflanztröge und Rankwände für eine vertikale Begrünung, auf Wunsch mit automatischer Bewässerung
- indirekte LED-Beleuchtung in Warmweiß oder Farblicht für die Abendstunden
- adiabate Kühlung mit feinem Sprühnebel als Option
Kann eine Klimainsel auch kühlen?
Feine Wassertropfen verdunsten in der Kühlzone und entziehen der Umgebungsluft Wärme. Die Wirkung hängt von Lufttemperatur, relativer Luftfeuchte, Luftbewegung und Aufenthaltszeit ab. IPOMEA plant Nebelkühlung mit einem projektspezifischen Wasser-, Spül-, Wartungs- und Hygienekonzept. Sie braucht Trinkwasser, Strom und einen Abfluss; Wirkungsangaben in Grad machen wir ohne Messung am Standort nicht.
Welche Modulgrößen gibt es?
Die Klimainsel gibt es in drei Grundmodulen. Sie lassen sich einzeln aufstellen oder zu größeren Aufenthaltsbereichen kombinieren. Welche Ausstattung in welches Modul kommt, legen wir je Standort mit Ihnen fest. Das kleine Modul trägt bereits Dach, Sitzplätze und Begrünung, im linearen Modul lassen sich Rankwände und Bänke über die ganze Länge führen.
| Modul | Grundfläche | geeignet für |
|---|---|---|
| quadratisch | 2,5 × 2,5 m | Vorplätze, Schulhöfe, Haltestellen, einzelne Schattenpunkte |
| linear | 2,5 × 5 m | Fußgängerzonen, Ränder von Plätzen, lange schmale Stadträume |
| rechteckig | 3 × 6 m | stark besuchte Plätze, Wartebereiche, größere Aufenthaltszonen |
Klimainsel-Modul oder Großschirm mit Sitzelement: Was passt besser?
Nicht jeder Platz braucht ein gebautes Modul. Wo vor allem Schatten über Sitzplätzen fehlt oder die Fläche für Märkte und Veranstaltungen frei bleiben muss, ist ein Großschirm mit Sitzelement oft die einfachere Klimainsel.
| Klimainsel-Modul | Großschirm mit Sitzelement | |
|---|---|---|
| Schatten | festes Dach, seitliche Lamellen | Schirmdach, bei Bedarf geschlossen |
| Sitzen und Grün | Bänke, Pflanztröge und Rankwände im Modul | Sitzfläche auf dem Sitzelement oder auf Gabionen |
| Aufstellung | Bodenlösung je nach Standort und Untergrund | ohne Tiefbau oder mit einbetonierter Bodenhülse |
Wie werden Sitzelement, Gabionen und Bespannung gewählt?
Der Betonständer ist Schirmfuß und Sitzmöbel in einem. Er wiegt rund 995 kg auf 110 × 110 cm, braucht keinen Tiefbau, lässt sich mit dem Gabelstapler versetzen und ist auch mit Kabelkanal für die Stromzuführung erhältlich. Leichter wird es mit einem Standrahmen und Gabionen: Die Körbe werden vor Ort mit Steinen gefüllt (beim IPOMEA Classic mit 50 × 50 cm rund 110 kg je Korb), und eine Sitzplatte obenauf macht aus der Beschwerung einen Sitzplatz.
Für öffentliche Plätze empfehlen wir den IPOMEA Classic Pro und, soweit die Größe es zulässt, eine Bespannung aus PVC. Sie ist als Standardstoff die einzige, die schwer entflammbar nach DIN 4102-1 (B1) ist, lässt sich abwischen und bietet UV-Schutz UPF 80. Wo der Schirm gestalterisch wirken soll, passt der Trichterschirm IPOMEA Tulip, der das Regenwasser über den Mast ableitet. Großschirme gibt es quadratisch bis 7 × 7 m und rund bis Ø 10 m; mehrere Schirme lassen sich nach Projektprüfung mit Regenrinnen zu einer Fläche verbinden.
Wo sollte eine Klimainsel stehen?
Schatten hilft dort, wo Menschen stehen bleiben, warten oder sitzen. Bevor wir Modul oder Schirm vorschlagen, klären wir fünf Punkte:
- Nutzung: Wochenmarkt, Veranstaltungen und Lieferverkehr brauchen freie Flächen. Ein versetzbares Sitzelement hält den Platz flexibel.
- Sonnenstand: Am Nachmittag kommt die Sonne flach aus Westen. Seitliche Lamellen am Modul oder eine Seitenwand am Schirm halten sie ab.
- Untergrund: Leitungen, eine Tiefgarage oder Denkmalpflaster bestimmen, ob einbetoniert wird oder eine Lösung ohne Tiefbau nötig ist.
- Anschlüsse: Bewässerung, Beleuchtung und Nebelkühlung brauchen Wasser und Strom. Steht ohnehin eine Sanierung an, lohnt es sich, Leerrohre gleich mitzuverlegen.
- Gestaltung: Das Gestell gibt es gegen Aufpreis in weiteren RAL-Farbtönen, wie sie Gestaltungshandbücher oft vorgeben.
Wie kommt die Klimainsel in Hitzeaktionsplan, Förderung und Vergabe?
Viele Kommunen planen Klimainseln als Maßnahme ihres Hitzeaktionsplans. Die Handlungsempfehlungen von Bund und Ländern nennen dafür großzügige Schattenplätze, Überdachungen aus Materialien, die die UV-Belastung senken, und weniger versiegelte Flächen auf öffentlichen Plätzen. Seit dem 1. Juli 2024 sieht das Klimaanpassungsgesetz zudem Klimaanpassungskonzepte für Gemeinden und Kreise vor; nach § 12 KAnG soll deren Maßnahmenkatalog möglichst auch Vorsorge für extreme Hitze enthalten.
Ob sich eine Klimainsel fördern lässt, hängt von Programm, Land und Träger ab; Fristen und Bedingungen ändern sich, prüfen Sie sie vor einem Antrag. Fördermittel dürfen grundsätzlich erst nach Bewilligung oder mit Zustimmung zum vorzeitigen Vorhabenbeginn ausgegeben werden. Angebote einholen und planen ist vorher möglich. Ob Sie direkt beauftragen oder ausschreiben, entscheidet Ihre Vergabestelle. Für beide Wege stellt IPOMEA Leistungstexte zur Übernahme ins Leistungsverzeichnis bereit und erstellt aus einem Foto des Platzes eine Fotomontage mit Anordnung und Fundamentlage.
Wie sieht eine Klimainsel im Landkreis aus?
Ein Landkreis in Baden-Württemberg hat 2026 vier IPOMEA Tulip in 5 × 5 m mit PVC-Bespannung aufgestellt. Jeder Schirm steht in einem Standrahmen mit vier Gabionen, und Sitzplatten auf den Gabionen machen aus der Beschwerung Sitzplätze. So entstehen Schatten und Sitzgelegenheiten an einem Ort, ohne dass der Belag aufgebrochen werden muss.
Fazit
Eine Klimainsel macht aus einem Platz, den Menschen an Hitzetagen meiden, einen Ort zum Bleiben. Ob Modul oder Großschirm mit Sitzelement passt, entscheiden Nutzung, Untergrund und Anschlüsse. Für einen Vorschlag brauchen wir ein Foto oder den Lageplan der Fläche, die geplante Nutzung und, falls bekannt, den Stand von Wasser- und Stromanschluss.



