Terrassenüberdachung Gastronomie: Schirm, Markise, Pergola
Für die Terrassenüberdachung in der Gastronomie kommen drei Systeme in Frage: der Großschirm, die Markise und die Pergola mit Lamellen- oder Glasdach. Der Großschirm steht frei auf der Fläche und bleibt beweglich. Die Markise hängt an der Fassade und fährt bei Wind und Frost ein. Die Pergola ist eine bauliche Anlage mit Statik und Fundamenten und bleibt das ganze Jahr stehen. Welches System passt, hängt von Grundstück, Genehmigung, Wind am Standort und der Nutzung im Winter ab. Was Großschirme auf Ihrer Fläche leisten, rechnen wir Ihnen aus: Angebot anfordern.
Ein Wirt will seine Terrasse so überdachen, dass die Gäste bei einem Schauer sitzen bleiben. Der Verpächter erlaubt kein Fundament, die Stadt keine festen Bauten auf dem Gehweg, und im Januar soll die Fläche frei sein. An solchen Vorgaben entscheidet sich das System, lange vor Farbe und Größe. Dieser Beitrag vergleicht Großschirm, Markise und Pergola an acht Kriterien. Unsere Schirme für Restaurants, Cafés und Hotels finden Sie auf der Seite Sonnenschutz für die Gastronomie.
Auf einen Blick
In München können bewegliche Sonnenschirme oder Markisen den Witterungsschutz einer Freischankfläche übernehmen, feste Überdachungen im öffentlichen Raum sind in der Regel ausgeschlossen (Lokalbaukommission, Juni 2025).
In Bayern sind Terrassenüberdachungen bis 30 m² und Freischankflächen bis 100 m² verfahrensfrei (Art. 57 BayBO, gültig ab 1. Mai 2026).
Eine Markise ist in erster Linie Sonnenschutz: Regen verträgt sie ab 14° Neigung, bei Frost und Schnee wird sie nicht bedient (Richtlinien des Branchenverbands ITRS, 2018).
Die IPOMEA GmbH aus Gilching bei München liefert Großschirme bis 7 × 8 m mit Regenrinnen, Seitenwänden, Licht und Heizung; ein IPOMEA classic pro mit 5 × 5 m ist bis 76,7 km/h berechnet.
Die drei Systeme im Überblick
System | Aufbau | Stärke im Betrieb |
|---|---|---|
Großschirm | Mittelmast in Bodenhülse, auf Ankerplatte oder im Plattenständer, frei auf der Fläche | beweglich und abnehmbar; mehrere Schirme werden mit Regenrinnen zu einer Fläche verbunden |
Markise | Tuch an Gelenkarmen, an Fassade oder Decke befestigt | braucht keinen Platz am Boden und fährt bei Bedarf ein |
Pergola mit Lamellen- oder Glasdach | Pfosten auf Fundamenten, freistehend oder an der Wand | festes Dach, das bei Regen und im Winter stehen bleibt |

Welche Überdachung wird genehmigt: beweglich oder fest?
Auf Gehweg und Platz braucht jede Außengastronomie eine Sondernutzungserlaubnis, und viele Städte lassen dort nur bewegliche Systeme zu. Die Lokalbaukommission München schreibt, dass bewegliche Sonnenschirme oder Markisen für den Witterungsschutz von Freischankflächen sorgen können. Feste Überdachungen im öffentlichen Raum sind dort in der Regel ausgeschlossen, weil von ihnen eine gebäudeähnliche Wirkung ausgeht. Wird eine dauerhafte Überdachung ausnahmsweise genehmigt, ist je 10 m² Fläche ein Stellplatz anzusetzen (Lokalbaukommission München, Juni 2025).
Auf privatem Grund regelt die Bauordnung des Landes, was ohne Verfahren geht. In Bayern sind Freischankflächen bis 100 m² und Terrassenüberdachungen bis 30 m² verfahrensfrei, Markisen zählen zu den unbedeutenden Anlagen (Art. 57 BayBO, gültig ab 1. Mai 2026). Eine größere feste Überdachung braucht eine Baugenehmigung. Andere Länder ziehen eigene Grenzen, und verfahrensfrei heißt nicht regelfrei: Abstandsflächen und Bebauungsplan gelten weiter. Ob ein Lamellendach genehmigt werden muss, sagt Ihnen die Bauaufsicht vor Ort. Den ganzen Rahmen erklärt der Beitrag Außengastronomie: Genehmigung und Vorschriften.
Welches Fundament braucht welches System?
Der Großschirm steht in einer einbetonierten Bodenhülse. Beim IPOMEA classic in quadratischer Form misst das Fundament je nach Größe 40 × 40 cm bis 90 × 90 cm bei mindestens 60 cm Tiefe. Wo nicht betoniert werden darf, steht der Schirm im Plattenständer mit Betonplatten oder auf einem Sitzelement aus Sichtbeton mit 995 kg. Wie das Fundament geplant wird, zeigt der Beitrag Fundament für Großschirme planen.
Die Markise kommt ohne Fundament aus, sie braucht aber eine tragfähige Wand. Beton nimmt die Kräfte aus den Konsolen auf, Isolierputz und Klinker nicht, dort plant der Fachbetrieb besondere Befestigungsmittel. Die Pergola steht auf Einzelfundamenten, die ein Statiker bemisst. Der Leitfaden der Branche nennt frostfreie Fundamente von 80 bis 120 cm Tiefe (Leitfaden Lamellendach, Stand September 2023).
Wie verhalten sich die Systeme bei Wind?
Für jeden Großschirm gibt es einen berechneten Windwert, der von Baureihe und Größe abhängt. Ein IPOMEA classic pro mit 3,5 × 3,5 m ist bis 117,4 km/h berechnet, mit 5 × 5 m bis 76,7 km/h. Bei angekündigtem Sturm wird jeder Schirm geschlossen. Alle Werte stehen im Beitrag Windstabile, sturmfeste Sonnenschirme für Gastronomie.
Markisen werden nach DIN EN 13561 in Windwiderstandsklassen eingeteilt. Der Hersteller legt fest, ab welcher Windgeschwindigkeit die Markise einzufahren ist, und welcher Wert am Haus erreicht wird, hängt von Befestigung und Untergrund ab. Eine Pergola wird für Wind- und Schneelast am Standort statisch berechnet und bleibt bei Wind stehen. Senkrechte Markisen an ihren Seiten haben eigene Windgrenzen.
Welches System hält den Regen ab?
Die Bespannungen IPOTex-Poly und IPOTex-PVC haben eine Wassersäule von über 1.000 mm. Zwischen mehreren Schirmen schließen Regenrinnen die Fugen, sodass eine zusammenhängende, dichte Fläche entsteht. Wie das geplant wird, steht im Beitrag Sonnenschirme mit Regenrinne verbinden. Gegen Schlagregen von der Seite gibt es Seitenwände für Großschirme.
Eine Markise ist nach den Richtlinien des Branchenverbands ITRS in erster Linie eine Sonnenschutzanlage. Regen darf sie nur ausgesetzt werden, wenn sie mit mindestens 14° geneigt ist oder der Hersteller eine geringere Neigung freigibt. Übliche Markisentücher sind imprägniert, aber nicht absolut wasserdicht. Ein Lamellendach leitet das Wasser mit geschlossenen Lamellen über Rinnen im Rahmen ab. Der Leitfaden empfiehlt dafür die Leistungsklasse 2, die schwerem Landregen entspricht.

Wie kommen Heizung und Licht dazu?
Am IPOMEA classic und classic pro sitzen Infrarot-Heizstrahler mit je 1.400 Watt und LED-Leisten mit Schutzart IP65 unter dem Schirmdach. Ein Schirm mit Heizstrahlern ist für 400 V ausgelegt, ohne Starkstrom versorgen zwei Stromkreise höchstens vier Strahler und sechs LED-Leisten. Der Strom kommt unterirdisch durch die Bodenhülse mit Klappscharnier. Mehr dazu im Beitrag Elektrischer Großschirm für die Gastronomie.
Bei Markise und Pergola hängt die Ausstattung vom Hersteller ab. Für Lamellendächer nennt der Leitfaden Heizstrahler als Ausstattung, deren Position und Zuleitung früh mit dem Elektrobetrieb geklärt werden. Für alle drei Systeme gilt: Auf öffentlichem Grund entscheidet die Stadt. München lässt auf Freischankflächen keine Heizstrahler zu.

Wie flexibel bleibt die Terrasse?
Ein Großschirm lässt sich aus der Bodenhülse nehmen, danach verschließt eine Abdeckscheibe die Hülse bodenbündig. Im Plattenständer oder auf dem Sitzelement wird er versetzt, wenn sich die Bestuhlung ändert. Wächst die Terrasse, kommt ein weiterer Schirm dazu. Wir liefern über 150 Größen, quadratisch bis 7 × 7 m, rechteckig bis 7 × 8 m und rund bis ø 10 m: Weitere Größen im Überblick.
Die Markise gibt die Fläche frei, sobald sie eingefahren ist, bleibt aber an die Fassade gebunden und reicht so weit wie ihr Ausfall. Die Pergola legt Fläche und Pfostenraster auf Dauer fest. Dafür bildet sie mit seitlichen Abschlüssen einen Raum, der dem Gastraum am nächsten kommt.
Wie lange dauert der Aufbau?
Beim Großschirm wird zuerst das Fundament gesetzt. Die Bodenhülse liefern wir vorab, die Schirme werden danach in die Hülse gesetzt, ausgerichtet und gesichert. Im Plattenständer entfällt der Tiefbau ganz.
Eine Markise montiert der Fachbetrieb an der Fassade, ohne Erdarbeiten. Bei der Pergola kommen Planungsschritte hinzu: die statische Berechnung, je nach Größe und Bundesland der Bauantrag, die Fundamente samt Entwässerung und die Anlieferung, für die der Leitfaden Lkw-Zufahrt und gegebenenfalls einen Autokran nennt.
Was passiert im Winter?
Ein Großschirm kann geschlossen, mit dem Gurtband gesichert und unter der Schutzhülle in seiner Befestigung überwintern, oder er wird abgenommen und die Fläche ist frei. Den IPOMEA classic pro in verstärkter Ausführung mit zwölf statt acht Tragarmen lassen manche Betriebe das ganze Jahr geöffnet und schließen ihn an Tagen mit starkem Schneefall und bei Sturm. Die Schritte im Herbst beschreibt der Beitrag Sonnenschirm winterfest machen.
Regen und Winter im Vergleich
System | Regen | Winter |
|---|---|---|
Großschirm | Bespannung mit über 1.000 mm Wassersäule, Regenrinnen zwischen den Schirmen | geschlossen unter der Schutzhülle oder abgenommen; classic pro verstärkt auch geöffnet |
Markise | ab 14° Neigung, sonst einfahren | bei Frost und Schnee nicht bedienen |
Lamellendach | dicht mit geschlossenen Lamellen, Ablauf über Rinnen | bleibt stehen; Lamellen bei Schneefall öffnen, bei Frost nicht bewegen |
Wann passt welches System?
Die Markise passt, wenn die Tische an der Hauswand stehen, die Fassade trägt und es vor allem um Sonnenschutz geht. Die Pergola passt auf eigenem Grund, wenn ein fester Raum für das ganze Jahr entstehen soll und Genehmigung, Statik und Fundamente eingeplant sind. Der Großschirm passt, wenn die Fläche frei vor dem Haus liegt, gepachtet ist oder auf öffentlichem Grund steht, wenn sie im Winter anders genutzt wird oder wenn die Terrasse wachsen soll.
Oft ergänzen sich die Systeme: die Markise an der Fassade, Großschirme auf der freien Fläche davor. Welcher Schirm, welche Bespannung und welche Befestigung dann in Frage kommen, erklärt unser Kaufberater: Sonnenschirm für die Gastronomie.
Beispiele aus unseren Projekten
Ein Hotel mit Gasthaus im Hegau hat 2025 drei IPOMEA classic pro mit 5 × 6 m in Acryl bekommen. Die Schirme stehen auf aufgedübelten Ankerplatten, also ohne neues Fundament, und zwei Regenrinnen verbinden sie zu einer geschlossenen Fläche von rund 90 m².
Ein Hotel an der Donau in Oberösterreich hat Ende 2025 zwei IPOMEA classic pro mit 5 × 6 m und Volant bestellt. Seitenwände mit durchgehendem Lichtband, drei Türen zum Aufrollen, Regenrinnen, Heizstrahler und Farblicht machen die Fläche zum geschützten Platz für die kühleren Monate.
Häufige Fragen
Braucht eine Terrassenüberdachung in der Gastronomie eine Baugenehmigung?
Das regelt die Bauordnung des Landes. In Bayern sind Terrassenüberdachungen bis 30 m² verfahrensfrei, größere feste Überdachungen brauchen eine Baugenehmigung. Auf öffentlichem Grund kommt die Sondernutzungserlaubnis der Stadt dazu.
Sind feste Überdachungen auf dem Gehweg erlaubt?
In München in der Regel nicht. Die Lokalbaukommission nennt bewegliche Sonnenschirme oder Markisen als Witterungsschutz für Freischankflächen. Was Ihre Stadt zulässt, sagt Ihnen das Ordnungs- oder Bauamt.
Ist ein Großschirm regendicht?
Die Bespannungen IPOTex-Poly und IPOTex-PVC haben eine Wassersäule von über 1.000 mm. Mit Regenrinnen zwischen den Schirmen entsteht eine zusammenhängende, dichte Fläche.
Kann eine Markise bei Regen ausgefahren bleiben?
Nach den Richtlinien der Branche nur, wenn sie mit mindestens 14° geneigt ist oder der Hersteller eine geringere Neigung freigibt. Bei Frost und Schnee wird sie nicht bedient.
Welche Überdachung eignet sich für gepachtete Flächen?
Eine, die ohne Eingriff in den Boden auskommt und wieder mitgenommen werden kann. Großschirme stehen dafür im Plattenständer oder auf einem Sitzelement aus Sichtbeton.
Lässt sich die Terrasse mit Großschirmen auch im Winter nutzen?
Ja, mit Heizstrahlern, Seitenwänden und Regenrinnen. Bei Sturm und starkem Schneefall werden die Schirme geschlossen.
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Schicken Sie uns Fläche, Untergrund, Standort und die Auflagen Ihrer Stadt, am besten mit einem Foto. Wir schlagen Ihnen Schirme, Befestigung, Regenrinnen und Ausstattung vor und sagen Ihnen offen, wenn eine Markise oder ein festes Dach die bessere Lösung ist. Sie erreichen uns unter 08105 7989715 oder über unsere Kontaktseite.
Stand: Oktober 2026 · Magnus Kessler, IPOMEA




















